Lucinda Williams - The Ghosts Of Highway 20 - Cover
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Lucinda Williams The Ghosts Of Highway 20


  • Label: Highway 20 Records
  • Laufzeit: 86 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Lucinda Williams müsste öfters die Zähne auseinander bekommen und ihre Songs schneller auf den Punkt bringen.

Was das der Umwelt wieder Schaden bereitet. Gleich zwei CDs hat es für Williams neues Album „The Ghosts Of Highway 20“ gebraucht. Und richtig viele Argumente sammelt die Sängerin nicht, um ihre vom Country inspirierte Blues-Trauer wirklich so weit auszudehnen. Die erste Platte gibt sich gar nicht erst mit weniger als 5 Minuten pro Lied zufrieden und der Closer auf CD 2, „Faith & Grace“, braucht eine knappe Viertelstunde, um endlich abzudanken. Länge allein ist kein Qualitätsindikator, doch Lucinda Williams lässt Hörer schon früh die imaginäre Frage stellen, warum ein Lied nicht bereits vorbei ist.

Gleich „Dust“ ließe sich nach guten drei Minuten problemlos beenden, aber neben der Geschichte muss auch schön geklimpert werden. Knackige Abschlüsse sind scheinbar verboten. Und diese Momente lassen sich regelmäßig ausmachen. Der Gesang gerät in den Hintergrund, das Schlagzeug variiert scheinbar willkürlich und die Gitarre scheint schlichtweg die Lust an Ordnung zu verlieren. Wenn so etwas thematisch Sinn ergibt, dann kann es sich bei solchem Vorgehen um einen gelungenen Kniff handeln. Auf „The Ghosts Of Highway 20“ klingen diese Momente allerdings wie Vorschrift. Spätestens wenn in „I Know All About It“ der durch die Zähne gepfiffene Gesang sich als wiederholende Mantras darstellt, sollte sich auch der letzte Hörer fragen, warum diese Musik so viel Raum zum Atmen bekommt.

Ein bisschen erscheint es so, als hätte Lucinda Williams 14 Mal Damien Rices „It Takes A Lot To Know A Man“ aufgenommen und hätte Rice uns so oft am Stück ein Stück wie das genannte vorgesetzt, hätte sich wohl kaum jemand über „My Favourite Faded Fantasy“ gefreut. Zwar variiert Williams im Grundton, sodass sich ein sanftmütiges „Place In My Heart“ zu Beginn abheben kann. Letztlich fühlt sich das Album allerdings immer gleich und auch zu lang an. Auch wenn die zweite CD ein paar kürzere Stücke anbietet, hat der Klang des Albums schon soweit Einzug gehalten, dass sich die Scheibe in einem Trott befindet, der nie richtig für Begeisterung sorgen kann.

Hier und da verbergen sich ein paar richtig gute Song-Ideen und wie die erste Hälfte von „Dust“ werden diese auch umgesetzt. Allerdings schafft es nahezu kein Lied, über die komplette Länge zu gefallen. Es findet sich immer ein Teil, den man als Hörer gerne überspringen würde. Da diese Momente immer während eines Stücks vorkommen, ist mit der Skip-Taste allerdings auch nichts gegen das Durcheinander auf Lucinda Williams neuem Album zu machen.

Anspieltipps:

  • Dust
  • Place In My Heart
  • If My Love Could Kill

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