Villagers - Where Have You Been All My Life - Cover
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Villagers Where Have You Been All My Life


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn das Gleiche nochmal getan wird, ist es lange noch nicht dasselbe. The Villagers präsentieren einige ihrer Lieder jetzt in einem abgewandelten Klangbild.

Nanu, schon wieder ein neues Album von den irischen Villagers, die das musikalische Vehikel von Conor O`Brien sind? Erst im April 2015 erschien das im Vergleich zu den beiden Vorgängern „Becoming A Jackal“ (2010) und „Awayland“ (2013) eher ruhige „Darling Arithmetic“. Für das aktuelle Werk wurden vorwiegend bereits bekannte Songs spontan in maximal zwei Anläufen live im Studio neu eingespielt. An diesen Aufnahmen waren als Begleiter Cormac Curran (Piano, Analog-Synthesizer), Mali Llyweyn (Harfe, Mellotron, Gesang) und Gwion Llewelyn (Schlagzeug, Flügelhorn, Gesang) beteiligt.

In dieser Retrospektive werden die Lieder auf eine vergleichbare, innig-behagliche Basis gestellt, damit sie harmonisch nebeneinander funktionieren. Den aktuellen Sound, der auf der „Darling Arithmetic“-Tournee kultiviert wurde, haben die Musiker somit konserviert, bevor er durch Weiterentwicklungen wieder verloren gehen könnte. Dieses Vorhaben wurde im Juli 2015 in den RAK Studio in London realisiert und von Richard Woodcraft ( 395,Radiohead, The Last Shadow Puppets) als Produzent betreut. Von den achtzehn verwirklichten Überarbeitungen fanden zwölf nun ihren Weg auf „Where Have You Been All My Life“. Dieser Titel bezieht sich auf eine Zeile aus dem Song „The Soul Serene“ von „Darling Arithmetic“, den Conor als Essenz und überhebliches, dramatisches Bekenntnis seines Wirkens interpretiert. Für ihn symbolisiert die Session das Ergebnis aus der Entscheidung, sich ganz einem Gefühl hinzugeben und zu beobachten, wie sich die Situation entwickelt.

Tatsächlich verströmen die Kompositionen eine besonders friedvolle, harmonische, ausgeglichene, zufriedene Stimmung, ohne dabei in sinnentleertes esoterisches Gesäusel zu verfallen. Da der Hörer von den Noten wohlig umschlungen wird und dadurch ein besinnlicher Rückzugsort entsteht, stören schon leicht herausgestellte Gesangspassagen diesen fast religiösen Akt. Die spirituelle Wirkung der Platte gleicht der von „Inarticulate Speech Of The Heart“ (1983) von Van Morrison.

Das Album enthält auch eine jazzige Einspielung von „Memoir“, das ursprünglich für Charlotte Gainsbourg geschrieben wurde, sowie eine empfindsame Version des Klassikers „Wichita Lineman“, der ursprünglich aus der Feder von Jimmie Webb stammt.

Die Neueinspielung eigener Songs kann ein Zeichen von nachlassender oder fehlender Inspiration sein. In diesem Fall ergibt die Zusammenstellung und die Überarbeitung aber Sinn, da das Konzept aufgeht, einen stimmigen, anscheinend nicht verbesserungsfähigen Sound festzuhalten. Auch wenn man alle Arbeiten der Villagers schon kennt, lohnt es, die Songs in diesen abgewandelten Arrangements und diesem stimmigen Zusammenhang neu zu entdecken.

Anspieltipps:

  • Set The Tigers Free
  • Everything I Am Is Yours
  • Memoir
  • Hot Scary Summer

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