Billion Dollar Babies - Chemical God - Cover
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Billion Dollar Babies Chemical God


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Vergnüglicher Hardrock, super eingespielt, aber kaum überraschend.

Die teuersten Babys der Welt sind zurück und haben bei Metalville gesignet. Schwuppdiwupp legen die sich nach einem Song und Album Alice Coopers benannten Schweden nach: „Chemical God“ ist nach „House Of Dreams Part I“ (2013) und „House Of Dreams Part II“ (2013) endlich wieder ein Longplayer, auf dem die Billion Dollar Babies elf Mal und gute 45 Minuten die Geschichte des Hardrocks abgrasen - angefangen in den 70er-Jahren bis hin zu 80er-Hair, 90s-Sleaze und alles angenehm schmissig und modern. Eigene Akzente setzen die Schweden natürlich weniger und sind wie eh und je eine Genre- und Liebhaberband. Schlecht ist das nicht, aber auch nicht unbedingt spannend.

Als Hardrock-Kombo ist das Programm auch klar definiert: Die Billion Dollar Babies bleiben sich treu und machen das, was sie am besten und liebsten tun. Irgendwo zwischen Schock-Papa Alice Cooper, Schock-Asi Rob Zombie und Melodic-Metal-Allzweckwaffe Jorn Lande vulkanisieren die Schweden ihre Hörerschaft. Dabei bleiben sie größtenteils dem Stadion fern und rocken lieber in der kleinen Szenekneipe gegenüber. „The Man I Am“, „President Payne“ und „When The Light Goes Out“ sind fiese, dreckige Mistkerle mit nicht zu unterschätzendem Härtegrad. Klug: Dadurch wird der Kontrast zu Nummern, in denen die Babies andere Vorgehensweisen pflegen, größer und „Chemical God“ abwechslungsreicher. Das wirklich fantastische „One“ ist nach dem Eröffner-Dreigespann „I Want To See You Burn“, „Everyone's In Love With A Chemical God“ und „The Junkies Ball“ eine düstere Halb-Ballade, die schließlich mit opulenten Killer-Refrain zum verfrühten Höhepunkt des Albums wird. Ein Kandidat für den Hardrock-Song 2016? Die Chancen stehen gut. Ganz, ganz starkes Teil!

Ähnlich verhält es sich beim melancholischen, mit Industrial-Beat unterlegten „Why Don't You Put Up A Fight“ und der zweiten Ballade „The Nightmare Began“, die zwar nicht an das hohe Niveau von „One“ anknüpfen kann, aber trotzdem beweist, dass die Billion Dollar Babies Meister der Powerballade sind. Am Ende gibt es schließlich den großen Kniefall vor Alice Cooper: „House Of Dreams“ ist rumpelnder, pathosgeladener Hardrock mit einer ganzen Menge Drama. Wer darauf steht, wird auf jeden Fall bestens unterhalten. Fest steht sowieso, dass die Billion Dollar Babies es durchaus verstehen, ihren Shit zu präsentieren. Innovation bleibt auf „Chemical God“ natürlich eher Mangelware. Ein eigener Sound? Was ist das? Besser gut kopiert als schlecht erfunden - ein Motto, das sich auch die Babies zu Herzen nehmen. Wie immer werden die Fans gut bedient und zwischen straightem Schweinerock findet sich so manche Perle. Somit ist „Chemical God“ der typisch solide Beitrag für Genre-Fans.

Anspieltipps:

  • One
  • Why Don't You Put Up A Fight
  • The Nightmare Began

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