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Degradead Degradead


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Scream-Growl-Cleangesang-Dreigestirn wirkt zu konstruiert und die Kompositionen dadurch zu vorhersehbar.

„Degradead sind die Zukunft des Metal“ (Jesper Strömblad, The Resistance, ex-In Flames). Die Zukunft ist nun anderthalb Dekaden alt, Degradead aus Schweden feiern ihren 15. Geburtstag, veröffentlichen ihr fünftes Album und sind - wenn man so will - immer noch hungrig. Fast. Kurz nach dem Release des Vorgängers „The Monster Within“ (2013) war bei ihnen fast schon die Luft raus, die Band stand kurz davor, sich aufzulösen. Als echter Vollblutmusiker rappelt man sich aber selbstverständlich zusammen und genau das taten Degradead auch. Hätten sie es nicht getan, gäbe es heute keinen selbstbetitelten Longplayer zum Jubiläum. Fans atmen auf und freuen sich. Selbst wenn die Bezeichnung „Zukunft des Metal“ generell etwas hochtrabend ist, mehr ein Promo-Zitat und im Falle von Degradead auch überdatiert, ist es doch schön, die Stockholmer als zusammengeschweißten Haufen wiederzusehen.

Degradead sind auf „Degradead“ immer noch Degradead und schlumpfen sich durch die kunterbunte Welt des Todesbleis. Die Göteborger Schule trifft abermals auf Core-Elemente - die Fanscharen dürften erneut gespalten sein, denn auch wenn „The Monster Within“ ein gelungenes Album war, stoßen Änderungen nicht unbedingt immer auf Gegenliebe. Schon gar nicht, wenn es die beim traditionsbewussten Metaller das ach so verhasste Core ist. Die Schweden selbst schienen mit der Gangart aber recht zufrieden gewesen zu sein und deshalb ist das damalige Experiment nun fester Bestandteil des eigentlichen Sounds. Screamen, Growlen, „Cleanen“ - die Kompositionen auf „Degradead“ bringen zusammen, was in den Ohren der Musiker zusammen gehört. Warum auch nicht? „Afterlife“, „Morphosis“, „The Blinding Crusade“ oder „The Extinction“ sind regelrechte Dampfwalzen und machen dir deine Rückenwirbel kaputt. Erneut weiß die Band, wann und wo Schluss ist. Dann zeigt sich, dass sich Degradead im Kern doch nicht vom Death Metal lösen können. Gut so.

Insgesamt aber wirken die Songs „abgegriffener“ als noch zuvor. Was noch auf dem Vorgänger fluppte, wird hier schnell als Kalkül enttarnt. Wirklichen Abwechslungsreichtum gibt es diesmal viel zu selten und wenn ein „Neglected“ lupenreinen, opulenten Göteborger Death aufs Parkett zaubert oder „Dark Veil“ zwischen Abrissbirne und Halb-Ballade hin und her hüpft, begrüßt dies der Hörer umso mehr. Gerade mit dem Growl-Scream-Cleangesang-Dreigestirn meinen es Degradead am Ende dann doch ein wenig zu gut. Dadurch wird der fünfte Schwedenhappen zwar nicht zahmer, aber vorhersehbarer und konstruierter. Wie und ob es mit Degradead weitergehen wird, wird die Zeit zeigen. Denn auf dem richtigen Weg sind die Stockholmer nach wie vor und auch, wenn ihr fünfter Longplayer nicht zum bandeigenen Klassiker wird, macht die Band es doch solide.

Anspieltipps:

  • Dark Veil
  • Neglected
  • The Extinction

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