Killerpilze - High - Cover
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Killerpilze High


  • Label: Nordpol Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nun sind die Killerpilze mit Coldplay fast auf einer Stufe, was allerdings eher am Abstieg letzterer liegt.

„High“ ist eines der ersten Crowdfunding-Alben einer vermeintlich großen Band in Deutschland. Dieser Satz wird sich noch an vielen Stellen finden lassen. Das liegt unter anderem daran, dass es sonst nicht viel über dieses Album zu berichten gibt. Von Neuerfindung ist im Beipackzettel zur CD die Rede, von frei von der Leber weg vorgetragenen Texten wird geschwärmt. Am Ende handelt es sich um ein großes Pop-Feuerwerk, welches irgendwie versucht cool zu sein und dafür schlichtweg einen eigenen Weg ablehnt. Im Grunde ist es die deutsche, wenngleich billigere Antwort auf die generische Song-Sammlung, die da den Namen „A Head Full Of Dreams“ trägt.

Das gelungene Crowdfunding wird am Ende in zweierlei Hinsicht einen Gewinn für die Band darstellen. Erstens sind ein paar „verkaufte“ CDs sicher und zweitens will man sich als Backer eines Crowdfunding Projekts nur ungern eingestehen, wenn das Ergebnis nicht gut ist. Die Verweise auf vermeintliche Stadionhymnen wie „Major Love“, „Festival“ und, wenig überraschend, „Hymne“ werden kommen. Die Teenie-Texte um die große Liebe, die man verloren hat, paaren sich mit ein wenig Lebenslust und fertig sind lyrische Schreibergüsse, die wirklich alles vorkauen. Wer am Ende eines Liedes wie „Ruinen“ den metaphorischen Vorschlaghammer nicht gespürt hat, der setzt sich auch sonst nicht wirklich mit Inhalten auseinander.

Es würde leichtfallen, einen kompletten Absatz auf die holprigen Texte und Reime des Albums zu verschwenden, aber auch hier lohnt sich der Aufwand nicht wirklich. Die alleinige Zugkraft des Albums findet sich in ein paar Melodien wieder, die zwar nichts Neues bieten, aber immerhin tatsächlich für Stimmung sorgen können. Solange man krampfhaft die Texte ausblendet, lässt es sich hervorragend zu „Major Love“ nicken. Mit viel Vorstellungskraft lassen sich Elemente von Of Monsters And Men erahnen („Mantra“), wenn nicht aggressiv auf austauschbare Pop-Sounds gesetzt wird („High Mit Dir“).

„High“ ist einfach kein gutes Album. Und das hat nichts mit der Produktion zu tun, die sich äußerst professionell anhört. Wenn sich die Band für den beschrittenen Weg in Sachen Finanzen auf die Schultern klopfen will, dann darf sie das gerne tun, auch wenn man sich als Käufer nochmal mit dem Konzept auseinandersetzen sollte, bevor das Prinzip gefeiert wird. Dass die Killerpilze seit Jahren Kontakte und Erfahrungen gesammelt haben, die den „Eigenbetrieb“ erleichtern, wird nicht großartig erwähnt. Zumindest ist es gut zu wissen, dass die Band und ihr Umfeld wissen, wie es auf technischer Seite zu laufen hat, wenn Texte wie in „Stadt Voller Frauen“ schon jeglicher Intelligenz trotzen und bei aller Geradlinigkeit doch wie hormonell aufgewühlte und unlogische Gedankenfetzen wirken.

Anspieltipps:

  • Mantra
  • Major Love
  • Festival

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