Birdy - Beautiful Lies - Cover
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Birdy Beautiful Lies


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 69 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Schnelllebiges Pop-Geschäft: Jasmine van den Bogaerde wird demnächst 20. Ihr drittes Album hört sich schon jetzt wie ein Comeback an.

Nach zwei Longplayern innerhalb von nur 18 Monaten („Birdy“, 03/2012 und „Fire Within“, 09/2013), die sich mehr als zehn Millionen Mal verkauften, dauerte es geschlagene 2½ Jahre, bis die britische Newcomerin Birdy mit „Beautiful Lies“ endlich ihr drittes Studioalbum am Start hat. Allerdings sollte der geneigte Konsument auch etwas Nachsicht mit Jasmine van den Bogaerde, wie Birdy mit bürgerlichem Namen heißt, haben. Denn in wenigen Wochen wird die Sängerin und Songschreiberin gerade erst 20 Jahre alt. Da müssen auch mal andere Dinge im Leben Vorrang haben. Allerdings bringt Birdy auf der Deluxe-Version von „Beautiful Lies“ auch entschädigende 18 Songs mit 69 Minuten Spielzeit mit.

Damit ist der kürzlich nach London umgezogene Nachwuchsstar wieder im Soll. Denn man darf nicht vergessen, dass ihr Debütalbum noch ausschließlich aus Coverversionen bestand und damit viel weniger Produktionszeit verschlang. So begannen die Arbeiten an „Beautiful Lies“ tatsächlich schon im Jahr 2014. Im vergangenen Jahr wurden dann die gesammelten Ideen zusammen mit dem Produzenten-Team MyRiot (Roy Kerr und Tim Bran) sowie Jim Abbiss im Studio fertiggestellt.

Dabei herausgekommen ist erneut eine Sammlung leicht düsterer Teen-Popsongs, die im Vergleich zum Vorgänger mehr Pomp, Drama und Wumms haben, aber immer noch unverkennbar nach Birdy klingen. Und selbst wenn sich das Ganze hier und da im Stile einer Lana Del Rey etwas konstruiert anhört („Silhouette“, „Lost it all“), so ist es auf jeden Fall deutlich besser entworfen und kein Mainstream-Pop vom Reißbrett. Dabei mag „Beautiful Lies“ zwar kein besonders tiefgründiges Album sein, aber die Form, in der Birdy ihre Melancholie zur Schau trägt, ist eine, der man gerne zuhört.

In der Pop- und Rockmusik wird gerne vom schweren, allesentscheidenden dritten Studioalbum gesprochen. Und wer sich erinnert, wird feststellen, wie häufig mit Werk Nummer drei bei vielen Künstlern tatsächlich die Luft wieder raus war. Allein darauf bezogen, macht Birdy mit „Beautiful Lies“ vieles, aber nicht alles richtig. Ihre Songs nähern sich in Sachen Komposition und Produktion stärker dem Mainstream an, ohne die fragilen Wurzeln zu vernachlässigen. Das ist ein Kompromiss, an den sich der Hörer gewöhnen muss. Das vorliegende Album bietet genügend gelungene Gelegenheiten dazu.

Anspieltipps:

  • Silhouette
  • Lost it all
  • Growing pains
  • Hear you calling
  • Keeping your head up
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