Iggy Pop - Post Pop Depression - Cover
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Iggy Pop Post Pop Depression


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Iggy Pop kann mit „Post Pop Depression“ die Hörer immer noch in seinen Bann ziehen.

Auf ihre späten Tage wollen es viele der alten Recken nochmal wissen. So auch Iggy Pop, der sich nach den Alben „Aprés“ (2012) und „Préliminaires“ (2009), die Einflüsse von Jazz und Blues zuließen, wieder dem Rock zuwendet. Tatkräftig unterstützt wird er dabei von Queens Of The Stone Age-Mastermind Josh Homme, der neben Gitarren, Keyboards und prominentem Background-Gesang auch am Songwriting beteiligt war und gleich noch die Rolle des Produzenten übernahm. Pop und Homme zur Seite stehen QOTSA-Kollege Dean Fertita an Bass und Gitarre, sowie Arctic Monkeys-Drummer Matt Helders.

Der als Vorabsingle veröffentlichte Opener „Break Into Your Heart“ zeigt dann auch gleich, in welche Richtung es mit „Post Pop Depression“ geht. Düsterer Avantgarde-Rock, der nicht sofort ins Ohr geht und deutlich zeigt, wie sich Iggy Pop und David Bowie wechselseitig beeinflusst haben. Stimme und abstrakte Songstrukturen hätten auch auf einem Album von seinem Freund aus Berliner Tagen keine schlechte Figur abgegeben. „Gardenia“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, wenn auch nicht ganz so düster. Das Zusammenspiel von Iggy Pops tiefer Stimme unterlegt mit einer hohen Backgroundstimme von Josh Homme trägt sehr zum Gesamtbild des Songs bei, der auch zu Hommes Hauptband passen würde.

Das Raunen am Ende von „American Valhalla“ oder schrille Schreie wie in „In The Lobby“ zeigen, dass Pop noch nicht altersmilde geworden ist, sondern es immer noch versteht zu überraschen und dass er sich nicht viel um gängige Konventionen schert. Das mit einem lässigen Groove versehene „Sunday“ und „Chocolate Drops“ bringen dann alle Einflüsse auf einen Punkt. Die Queens Of The Stone Age jammen mit den Arctic Monkeys einen Bowie-Song, der von Iggy gesungen wird. „Vulture“ bringt leicht mexikanische Einflüsse mit Akustikgitarre und Western-Themen ein, während „German Days“ vor allem mit abrupten Wechseln der Songteile und Tempi zu überzeugen weiß. „Paraguay“ beginnt mit gospelartigem Intro und entwickelt sich dann zum regelrechten Grunge-Song, bei dem sich vor allem Pops Stimme und die Klaviermelodie im Ohr festsetzen.

Mit wenigen Ausnahmen haben Pop und Homme ein Album geschaffen, welches nicht direkt zündet. Eingängigkeit und Hooklines sucht man zunächst meist vergeblich. Dennoch gelingt es ihnen, den Hörer in den Bann zu ziehen, da man nie genau weiß, was als nächstes passieren wird. Iggy Pops Stimme versteht es immer noch den Hörer zu hypnotisieren und Josh Hommes warme, aber niemals glatte Produktion tut ihr übriges.

Anspieltipps:

  • Break Into Your Heart
  • Sunday
  • German Days
  • Chocolate Drops
  • Paraguay

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