Charles Bradley - Changes - Cover
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Charles Bradley Changes


  • Label: Daptone Records/Groove Attack
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ob ruhig, funky oder düster, Charles Bradley zieht den Hörer mit seiner Stimme in den Bann.

Viel durchgemacht hat er, der „Screaming Eagle of Soul“, Charles Bradley, in seinen 67 Lebensjahren. Armut, Leben auf der Straße, Verlust seines Bruders und und und. Allerdings hat er im Alter von 14 Jahren James Brown auf der Bühne erleben dürfen, was einem Schlüsselerlebnis, einer Offenbarung gleichkam. So kam es, dass er jahrelang unter dem Jahren „Black Velvet“ als James Brown-Imitator auftrat, bis er von Daptone Records entdeckt wurde und 2011 sein hochgelobtes Debütalbum „No Time For Dreaming“ veröffentlichte - im Alter von 62 Jahren.

Nun folgt drei Jahre nach „Victim Of Love“ sein drittes Album „Changes“. Mittelpunkt des Albums ist der Titelsong. Aufgenommen als Hommage und Reaktion auf den Tod seiner Mutter, wirkt ein Cover eines Black Sabbath-Songs erstmal verwunderlich. Wer den Song allerdings kennt, weiß, dass er auch in deren Oeuvre eher ein Sonderling ist. Charles Bradley macht aus „Changes“ einen klassischen traurigen Soulsong, der erst in diesem Arrangement seine ganze Klasse entfaltet. Voller Inbrunst und Schmerz singt Bradley Zeilen wie „I feel unhappy, I feel so sad, I have lost the best friend that I ever had“. Hört man das Endergebnis, ist es mehr als logisch, aus „Changes“ eine Soulnummer zu machen. Nur darauf kommen muss man erst einmal.

Der Rest des Albums liefert lupenreinen Neo-Soul. Bradley jauchzt und kreischt wie sein Vorbild James Brown und lässt sich von einer bestens eingespielten Begleitband unterstützen, die einen Klangteppich aus Hammond-Orgel, dezentem Schlagzeug, ruhiger Gitarre und markanten Bläsern liefert. Das Intro „God Bless America“ und das folgende „Good To Be Back Home“ sind zwar mit Sprechteil bzw. America-Schreien arg patriotisch angehaucht, aber wer, wenn nicht er, könnte an das Land der unbegrenzten Möglichkeiten glauben.

Ob ruhig, mit reichlich Herzschmerz versehen wie in „Nobody But You“ und „Crazy For Your Love“, funky („Ain’t It A Sin“), lässig groovend („You Think I Don’t Know (But I Know)“) oder auch bluesig düster wie in „Ain’t Gonna Give It Up“, Charley Bradley weiß zu überzeugen und zieht den Hörer mit seiner Stimme in seinen Bann. Keine Neuerfindung des Genres, aber gut gemachter und vor allem authentischer und glaubhaft rübergebrachter Soul.

Anspieltipps:

  • Nobody But You
  • Ain’t Gonna Give It Up
  • Changes
  • You Think I Don’t Know (But I Know)

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