Joe Bonamassa - Blues Of Desperation - Cover
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Joe Bonamassa Blues Of Desperation


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 62 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Joe Bonamassa bleibt dem Blues treu, bewegt sich jedoch klar in Richtung Hardrock und liefert so ein völlig überzeugendes Album.

Angesichts der Veröffentlichungsflut des Amerikaners was Live-Dokumente und/oder Kollaborationen angeht, mag es verwundern, dass schon etwa anderthalb Jahre seit dem letzten Studioalbum vergangen sind. Fest steht allerdings, der Mann bleibt im Gespräch. Erneut von Kevin Shirley (u.a. Iron Maiden, Aerosmith produziert, wurde „Blues Of Desperation“ innerhalb von fünf Tagen in Nashville aufgenommen.

Mit „This Train“ beginnt das Album mit einem rockigen Boogie, der mächtig aufs Gaspedal drückt. Das folgende „Mountain Climbing“ setzt in puncto Heavyness sogar noch einen drauf. Man merkt dem 38-Jährigen sowohl in Bezug auf Rhythmus- als auch Leadgitarre deutlich an, dass er neben den alten Blueshelden, auch Hardrocker wie Jimmy Page oder gar Eddie Van Halen bestens studiert hat und so erinnert das Riff zwar klar an Led Zeppelin, besitzt aber immer noch genug Eigenständigkeit um vollends zu überzeugen.

„Drive“ und „No Good Place For The Lonely“ drosseln das Tempo etwas, wobei ersteres mit seinem förmlich vor Hitze und Schweiß triefendem Desert-Rocksound stellenweise fast an Calexico erinnert und letzteres als Grundlage zu ausufernden Soli feinsten Bluesrock bietet. Der Titelsong weiß mit leicht orientalisch angehauchten Sounds in der Strophe und hartem Riffing im Refrain zu überzeugen. „Distant Lonesome Train“ und das schleppende „How Deep This River Runs“ tasten sich ebenfalls in härtere Regionen vor. Auf der Basis des Blues hat sich Bonamassa noch nie gescheut, in andere Genres wie Soul, Pop oder eben Hardrock zu blicken und diese mit seiner Musik zu verbinden.

Das bestens in Bars der Südstaaten passende „Livin‘ Easy“ erlaubt es dem Gitarristen auf der Akustischen zu brillieren, während Honky-Tonk-Klavier und Saxofon weitere Abwechslung ins Instrumentarium bringen. Soul gibt es im Rausschmeißer „What I’ve Known For A Very Long Time“ zu hören und spätestens jetzt dürfte klar sein, dass Bonamassa mit seiner an Paul Rodgers erinnernden Stimme auch ein mehr als passabler Sänger ist. Die Themenwahl ist typisch für den Blues. Metaphern wie „train“ und „mountain“ gewinnen zwar keinen Innovationspreis, das Gesamtpaket ist allerdings sehr stimmig.

Somit liefert Joe Bonamassa mit „Blues Of Desperation“ ein sehr abwechslungsreiches Album, das jedoch einen klaren Schwerpunkt auf harten und tighten Bluesrock setzt. Jeder Song auf diesem Album mit über einer Stunde Spielzeit kann überzeugen. Mit Ausnahme der etwas zu beliebig klingenden „The Valley Runs Low“ und „You Left Me Nothin‘ But The Bill And The Blues“, die jedoch klug in der Mitte platziert sind und so ein Luftholen vor dem zweiten Anlauf suggerieren.

Anspieltipps:

  • This Train
  • Mountain Climbing
  • Drive
  • Blues Of Desperation
  • Distant Lonesome Train
  • How Deep This River Runs
  • Livin’ Easy

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