3 Doors Down - Us And The Night - Cover
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3 Doors Down Us And The Night


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Diese Band hat ihr Kryptonit schon längst verschossen und sollte dringend um Nachschub betteln.

Ach, was waren das noch Zeiten, als nach der Grunge-Welle plötzlich Bands wie Limp Bizkit, Linkin Park, Hoobastank, Nickelback, Staind oder auch 3 Doors Down wie Pilze aus dem Boden schossen, eigentlich ganz normale (Hard-)Rockmusik spielten, aber, um einen neuen Hype zu kreieren, als Nu-Rock- bzw. Nu-Metal-Bands tituliert wurden. Wer kam eigentlich auf diese Idee? Egal! Spannend und interessant war es, auch wenn, wie bei jedem Hype, viel Trittbrettfahrer-Müll an die Oberfläche gespült wurde. Dennoch haben erstaunlich viele Bands diesen Hype überlebt, freilich nicht ohne ordentlich an Bedeutung einzubüßen.

Die ganz großen Bands von damals, wie etwa 3 Doors Down, sind jedenfalls noch immer präsent und veröffentlichen eifrig neue Alben. Die Band aus ihrer Wahlheimat Nashville bringt dieser Tage mit „Us And The Night“ ihr sechstes Studiowerk auf den Markt, nachdem vor knapp 3½ Jahren das erste Bandkapitel mit einem „Greatest Hits“-Album (11/2012) abgeschlossen wurde. Damit war auch für Bassist Todd Harrell und Gitarrist Matt Roberts das Thema 3 Doors Down beendet. Roberts pausiert offiziell aus gesundheitlichen Gründen und Harrell wurde wegen privater Eskapaden, bei denen ein Mensch ums Leben kam, aus der Band geworfen. Damit sieht das aktuelle Line-up wie folgt aus: Brad Arnold (Gesang), Chris Henderson (Gitarre), Greg Upchurch (Drums), Justin Biltonen (Bass) und Chet Roberts (Gitarre).

„Us And The Night“ wurde zusammen mit Produzent Matt Wallace (u.a. Train, Faith No More, Maroon 5, Spin Doctors) in Nashville eingespielt. Zuvor erarbeitete die Band Demoversionen, die in ihrem Sound komplett aus dem üblichen 3DD-Rahmen fielen. Das Quintett schrieb Stücke in Soul-, Latin-Pop- und Country-Gewändern, die im Studio wieder auf links gedreht wurden, damit sie vom Hörer eindeutig als 3DD-Songs erkannt werden können. Vollständig abstreifen konnten 3 Doors Down ihre neuartigen Kompositionsansätze allerdings nicht. So klingen die ersten beiden Stücke „The broken“ und „In the dark“ so poppig, als wären sie von Maroon 5 geschrieben worden. Nicht, dass das jemand gebraucht hätte, aber fünf Jahre nach dem letzten Studioalbum „Time Of My Life“ (07/2011) ist der Wunsch nach Veränderung durchaus nachzuvollziehen.

Leider war der Wunsch scheinbar nicht stark genug, um konsequent aus alten Formeln auszubrechen. So bekommt der Hörer fluffige Pop-Rocksongs („Love is a lie“), seichtes Geplänkel („Pieces of me“), standardisierte Breitwandballaden („Inside of me“) und schlagerartige Melodien mit zirpenden Gitarrenklängen von Santanas Resterampe („I don’t wanna know“) geboten. Die einstige Schärfe ihrer frühen Produktionen haben 3 Doors Down dabei komplett eingebüßt und gegen einen poppigen Singalong-Sound im Stile von Matchbox Twenty eingetauscht („Living in your hell“, „Us and the night“).

Wie schon gesagt: Wirklich zu gebrauchen ist dieses seelenlose und tausendfach gehörte Mainstream-Gebräu nicht. Das werden sich auch die 3-Doors-Down-Fans eingestehen müssen, wenn sie Stücke wie „Fell from the moon“ zu Gehör bekommen, die nichts weiter als seichter, belangloser Kitsch sind – so wie das gesamte Album.

Anspieltipps:

  • Still alive
  • Believe it
  • Love is a lie
  • Found me there
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