Toothgrinder - Nocturnal Masquerade - Cover
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Toothgrinder Nocturnal Masquerade


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Für Metalcore zu technisch, für Djent, Prog oder Mathcore zu zahm.

Band spielt Genremix, Genremix will sich dem Schubladendenken entziehen, Genremix muss dechiffriert werden. Nun denn, hier haben wir Toothgrinder aus Asbury Park in New Jersey und die fünf Buben kommen nach ihrer ersten EP „Vibration/Colour/Frequency“ mit dem ersten Studioalbum um die Ecke. Wobei: Um die Ecke kommen ist gut, sie überfallen den Hörer eher hinterrücks und prügeln ihn nieder. „Nocturnal Masquerade“ einzuordnen ist schwierig - zumindest wenn man die Band gerecht behandeln möchte. Eins ist aber klar: Das Ding ist heavy as fuck! Okay, wir haben die Präfix-Allzweckwaffe Prog, monströse Death-Riffs und Blastbeats, da gibt es thrashige und groovige Momente aus der NWoAHM, also dementsprechend irgendein Core irgendwo drangehängt, vielleicht ein bisschen Nu - egal ob Nu-Metal oder Nu-Art Rock. Irgendwas mit Post? Aber immer doch, aber bloß nicht übertreiben!

Was kommt raus? Toothgrinder! Sie bolzen ordentlich drauf los und lassen dabei kein Auge trocken: „Lace & Anchor“, „Coeur d'Alene“ oder „Diamonds For Gold“ sind tonnenschwere Riffgewitter, die Drumfelle werden zum Reißen gebracht und immer wieder mischt sich eine technische Passage dazwischen, welche zwar nicht den Abgefucktheitsgrad von Mathcore besitzt, aber auch nicht proggiges Gefrickel ist. Experimentelle Nümmerchen oder solche, in denen Toothgrinder ihr Portfolio erweitern, gibt es auch („Despondency/Dejection“), wobei gerade solche Ideen eher gewollt klingen und nicht grundsätzlich organisch im Gesamtsound verankert sind. Vielleicht funktionieren die ruhigen Tracks am ehesten - hier klingen Toothgrinder hauptsächlich wie eine moderne Nu-Metal-Kapelle. Dennoch ist die Ballade bzw. das ruhigere „I Lie In Rain“ das Highlight von „Nocturnal Masquerade“, dicht gefolgt vom angenehm sinistren Rausschmeißer „Waltz Of Madmen“.

Überhaupt sorgt die Kombi aus Screams und Cleargesang (gut zu hören in „Schizophrenic Jubilee“ oder „Dance Of Damsels“) für einen Kontrast zu den sonstigen Wutausbrüchen. Der passt gut, entlarvt Toothgrinder dann aber tatsächlich als das, was sie in erster Linie sind: Eine Metalcore-Band, welche den Sound erweitern will und damit wild um sich herumschlägt. Wirklich schlecht ist auf „Nocturnal Masquerade“ nichts, aber für eine dieser „verrückten Bands“ sind Toothgrinder zu straight, für eine waschechte Core-Something-Gruppe sind sie zu experimentell. Das größte Problem Toothgrinders ist, dass sie ihren Shit nicht mit rotem Faden versehen haben. Für ein Debüt reicht das vielleicht und besonders an den Instrumenten haben die Knaben ordentlich was drauf, aber wenn Toothgrinder zukünftig was reißen wollen, müssen sie ihren Sound entweder straffen oder extrem erweitern.

Anspieltipps:

  • The House (That Fear Built)
  • I Lie In Rain
  • Schizophrenic Jubilee
  • Shining Star

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