Ben Harper - Call It What It Is - Cover
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Ben Harper Call It What It Is


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ben Harper vereint auf „Call It What It Is“ die verschiedensten Stile und trotzdem wirkt das ganze Album wie aus einem Guss.

An Mangel an Beschäftigung leidet Ben Harper mit Sicherheit nicht, veröffentlicht er doch meist im Zwei-Jahres-Rhythmus Alben mit wechselnden Begleitern. Darunter das 2011 erschienene, superbe Bluesalbum „Get Up“ mit Harplegende Charlie Musselwhite oder auch das mit seiner Mutter aufgenommene Gospelalbum „Childhood Home“ von 2014. Auf „Call It What It Is“ hat Harper nun erstmals seit neun Jahren seine ehemalige Begleitband The Innocent Criminals mit dabei.

Das Album beginnt ungewohnt rockig. Mit einem AC/DC-Gedächtnisriff und einer taktgebenden Cowbell verkommt „When Sex Was Dirty“ zu einem astreinen Stadionrocker. „Deeper And Deeper“ ist dann eine typische Ben Harper-Nummer mit sanften Akkordfolgen und wehmütigem Gesang. Zentrales Stück ist der Titelsong. Angelegt als lässiger Blues, bei dem allerdings immer eine gewisse Düsternis mitschwingt, ist „Call It What It Is“ eine musikalische und textliche Aufbereitung der Geschehnisse in Ferguson. „They shot him in the back, now it’s a crime to be black, so don’t act surprised, when it gets vandalized“ sind klare Worte, die im Refrain noch deutlicher werden, wenn Harper „call it what it is, murder“ singt.

Die Mannen um Harper scheinen sich vorgenommen zu haben, einen Querschnitt ihres Schaffens auf ein Album zu bannen und dies ist ihnen auch gelungen. „Shine“ groovt sich lässig in Richtung Funk und Soul, ähnlich „Bones“ und mit „Finding Our Way“ ist gar ein reiner Reggaesong zu finden. Der Sommer kann kommen. Auf „All That Has Grown“ ist der Chef alleine zu hören und versprüht mit sehnsüchtiger Slidegitarre und Zeilen wie „after the storm, look at all that has grown“ Hoffnung. Alternative-Rock mit Hitpotenzial wird bei „Pink Balloon“ geboten. Am Ende des Albums wird es nochmal ruhiger. „Dance Like Fire“ wird von Akustikgitarren dominiert und kann mit tiefgründigem Text aufwarten. „It takes four men to carry a coffin, but just one to carry a cross. Takes a lifetime to find yourself, a split second to get lost“ singt Harper mit typischer, wehklagender Stimme. Den Schlusspunkt setzt das in Richtung Americana schielende „Goodbye To You“.

Trotz aller Düsternis und Melancholie in den Texten ist „Call It What It Is“ ein Album, das ungemein Spaß macht. Harper versteht es, seine Texte in Songs zu verpacken, die zwar eingängig, aber auch eindringlich sind. Der Abwechslungsreichtum und die Authentizität, mit der die verschiedenen Stile rübergebracht werden, suchen ihresgleichen. Ob mit Blues, Rock, Soul oder Reggae, „Call It What It Is“ überzeugt auf ganzer Linie.

Anspieltipps:

  • When Sex Was Dirty
  • Call It What It Is
  • Shine
  • All That Has Grown
  • Finding Our Way
  • Bones
  • Dance Like Fire

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