El Guincho - Hiperasia - Cover
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El Guincho Hiperasia


  • Label: Everlasting Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Billiger Plastik und Fastfood als Konsumkritik und Sinnbild dieses Albums.

Ein Accessoire als Musikmedium; neue Technologien und die Aufmerksamkeitsökonomie machen es möglich und nötig. El Guinchos „Hiperasia“ erscheint als Armband, das als erster Teil einer Kollektion exklusiven Zugang zu „einer Welt aus immerzu mutierenden Inhalten“ neben dem eigentlichen Album gewähren soll. „available until its demise“ steht in einem Nebensatz der Artikelbeschreibung. Das Konzept erinnert an die Konsumkritik, die um 2010 vom Vaporwave-Genre geübt wurde und heute von Acts bzw. „Marken“ wie den Popkarikaturen SOPHIE und QT und sicherlich unfreiwillig von Hatsune Miku forgeführt wird.

Billiges Plastik und übertriebenes Festhalten an aktueller Popkultur: überzeichnete Antithesen zu unserer Mortalität als Fingerzeig auf ihre Unvermeidbarkeit. Doch um die gewünschte Wirkung zu erzielen muss die Dosierung stimmen. Das wussten auch die Vaporwave-Pioniere, die das Genre auf dem Papier einfach aussterben ließen, als der Effekt ausgereizt war. SOPHIE und QTs Pop-Extrem ist auch noch nie auf Albumlänge erschienen. Auf 13 Tracks funktioniert es einfach nicht. Es stumpft ab und strengt an.

So steht der Spanier nach drei eher klassischen Indie-Pop-Platten mit „Hiperasia“ allein auf weiter Flur. Ein gescheitertes Experiment. Ein Album voller Autotune-Sprechgesang, der nach dem dritten Track einfach nicht mehr nach Gesang klingt sondern an jene gefürchtete Fliege erinnert, deren Summen das Dösen in der Sonne versaut. In wilden Synthies verwässerter R&B und zerhackte, unrhythmische Reggaeton-Breaks bilden das Grundgerüst des Albums, dessen Formel aber nie erweitert wird. Immerhin gibt es solide Produktion im Stile Hudson Mohawkes, die aber in keinem stimmigen Verhältnis zur Performance des Künstlers steht.

Anspieltipps:

  • Parte Virtual
  • Pelo Rapado

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