Xavier Naidoo - Nicht Von Dieser Welt 2 - Cover
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Xavier Naidoo Nicht Von Dieser Welt 2


  • Label: Naidoo Records/Tonpool
  • Laufzeit: 75 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein am Ende gelungenes Comeback des Teams Pelham/Naidoo.

Gleich mit seinem Debütalbum „Nicht von dieser Welt“ (1998) erklomm Xavier Naidoo (44) die Spitze der deutschen Charts. Das Werk zählt bis heute mit knapp 1,1 Millionen verkauften Einheiten zu den meistverkauften Alben Deutschlands und ist damit natürlich auch der absolute Bestseller in der Karriere des Mannheimers. Seitdem landeten sämtliche Studioalben Naidoos auf dem ersten Platz der Charts und verkauften sich europaweit mehr als sechs Millionen Mal.

Nicht von dieser Welt“ entstand damals in Zusammenarbeit mit Moses Pelham (45) und erschien auf Pelhams Label 3p. Doch anstatt an einer Fortsetzung zu arbeiten, verkrachten sich Naidoo und Pelham und bekriegten sich jahrelang vor Gericht. Dem Weg Xavier Naidoos hat dies nicht geschadet, der 3p-Stern glüht dagegen schon längst nicht mehr so hell wie in den späten 90er Jahren (Stichwort: Glashaus, Sabrina Setlur). Das könnte sich nun ändern. Denn von der Öffentlichkeit unbeobachtet, haben sich Xavier Naidoo und Moses Pelham schon vor ein paar Jahren wieder versöhnt und von 2012 bis 2015 an der Idee getüftelt, „Nicht von dieser Welt 2“ gemeinsam zu texten und zu komponieren.

Die Fortsetzung eines so einmaligen Werks weckt selbstredend Begehrlichkeiten. Und nichts ist einfacher, als mit dem zweiten Teil sein eigenes Ansehen zu beschädigen, zumal das Image Xavier Naidoos zuletzt auch gelitten hat und nur schwer in Einklang zu bringen ist mit den religiös inspirierten Texten, die im Falle dieses Album allerdings mehrheitlich auf die Kappe von Moses Pelham gehen. Damit ist die Spannung groß, was zwei gereifte Persönlichkeiten nach so vielen Jahren der Funkstille gemeinsam auf die Beine stellen.

Auf „Nicht von dieser Welt 2“ tauchen neben Moses Pelham und Xavier Naidoo weitere alte Bekannte aus dem 3p-Kosmos auf. Gitarrist Ali Neander, Sängerin Cassandra Steen und Produzent Martin Haas (56) tragen sich in die Credits ein und sorgen für Déjà-vus. Doch der neue Sound ist weniger ein Déjà-vu. Denn Haas und Pelham haben einen flauschigen Mantel aus dezenten Beats sowie schwebenden Keyboard- und Synthesizer-Flächen entwickelt, der sich wie ein scheinbar monotoner Schleier um den Hörer legt und mit seiner Mischung aus religiösen Texten und leicht poppiger Ambient-Musik wie eine Gehirnwäsche anmutet.

Dazu bieten die 18 Tracks der Deluxe-Ausgabe freilich mehr als ausreichend Stoff. Und wer genügend Sitzfleisch mitbringt, wird sicher auch den einen oder anderen Songs abfeiern, auch wenn „Nicht von dieser Welt 2“ keine 3-Minuten-Popsongs bietet, die im Radio laufen könnten, weil sie dort nämlich nicht auffallen würden. So entwickelt dieser Longplayer einen ganz besonderen Reiz, der sich gegen die zwischenzeitlichen Längen durchsetzt und am Ende ein gelungenes Comeback des Teams Pelham/Naidoo darstellt.

Anspieltipps:

  • Kopf
  • Ich will leben
  • In meinen Armen
  • Das lass‘ ich nicht zu
  • Noch immer mehr als Gold wert
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