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a-ha Time And Again: The Ultimate a-ha


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 170 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Fürwahr eine Sammlung großartiger Songs, mit einer kleinen Bonus-Kirsche auf der Sahne. Und trotzdem als Produkt so überflüssig wie ein Kropf.

Im vergangenen Jahr feierte die norwegische Popband a-ha ihren 30. Geburtstag. Dazu brachte sie durchaus überraschend ein neues Studioalbum auf den Markt („Cast In Steel“, 09/2015) und veröffentlichte ihre Frühwerke „Hunting High And Low“ (1985), „Stay On These Roads“ (1988), „East Of The Sun - West Of The Moon“ (1990) und „Memorial Beach“ (1993) in fein aufgebretzelten Deluxe-Versionen ein weiteres Mal. Damit hat das Trio seine Hardcore-Fans sowie die Sammler und Nerds bedient, aber keine kommerziellen Luftsprünge absolviert. Diese werden erst in diesem Jahr gemacht, wenn a-ha auf Welttournee gehen und noch einmal die größten Hallen füllen. Und das werden sie definitiv. Denn man weiß ja nie, ob die Band live noch einmal etwas unternehmen wird. Darüber hinaus wäre ein nochmaliger Rücktritt vom Rücktritt auch unglaubwürdig.

Eine alte Branchenregel lautet, dass zu einer Tournee immer auch ein aktuelles Produkt verfügbar sein sollte. Da das erschreckend schwache „Cast In Steel“-Album mit nur einem halben Jahr auf dem Buckel offenbar schon wieder out ist, greift das Rhino-Label deshalb in die Trickkiste und zaubert eine 35 Songs umfassende Compilation aus dem Ärmel, die zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Denn zum einen erhält der geneigte Fan eine CD mit 19 sattsam bekannten Hits, die von den Ursprüngen im Jahr 1985 bis zu den aktuellsten Veröffentlichungen reichen. So ist darauf die letzte Aufnahme vor der Trennung im Jahr 2010 enthalten („Butterfly, butterfly (the last hurrah)“), sowie die erste Auskopplung aus dem Comeback-Werk „Cast In Steel“ („Under the makeup“). Damit ist zumindest die Chronistenpflicht erfüllt.

Zum anderen hält „Time And Again: The Ultimate a-ha“ aber auch eine Sammlung von Remix-Tracks bereit, unter denen sich tatsächlich fünf bisher unveröffentlichte Versionen tummeln. Somit stellt die CD Nummer zwei den eigentlichen Kaufanreiz dar, weil der Hörer darauf ein paar Songs bzw. Versionen findet, die nicht ins alltägliche Programm gehören und totgedudelt sind. Zudem müssen Fans nun nicht mehr ihre alten Maxi-Singles aus den 80er Jahren hervorkramen, wenn sie Lust auf alternative Versionen von Hits wie „Take on me“, „Cry wolf“, „Touchy!“ oder auch „The sun always shines on TV“ haben.

Viel mehr als das gibt „Time And Again: The Ultimate a-ha“ am Ende allerdings auch nicht her. Denn es muss nicht darüber diskutiert werden, dass a-ha in ihrer 30-jährigen Geschichte mindestens ein Dutzend herausragender Singles auf den Markt gebracht und auf ihren Longplayern zusätzlich ein paar weitere großartige Songs versteckt haben. Darüber dürften sich alle einig sein. Doch als inzwischen vierte Best-Of-Auswertung ist „Time And Again: The Ultimate a-ha“, im Anschluss an die erst vor ein paar Monaten wiederveröffentlichten vier Album-Klassiker mit massenhaft Bonus-Krimskrams im Schlepptau auf den Markt geworfen, einfach nur ein Tribut an den Kommerz und damit so überflüssig wie ein Kropf.

Anspieltipps:

  • Crying in the rain
  • Summer moved on
  • Stay on these roads
  • Foot of the mountain
  • Velvet (New York Mix)
  • Dark is the night for all
  • Take on me (Kygo Remix)
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