Adam Green - Aladdin - Cover
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Adam Green Aladdin


  • Label: Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Aladdin“ ist nicht einfach nur ein neues Soloalbum von Adam Green, sondern ein umfassendes Kunstprojekt.

Adam Green (34): Dichter, Schauspieler, Maler, Filmemacher, Musiker und liebenswürdiger Spinner, der seinen vermeintlichen Genius auch daraus bezieht, dass er Kunst und Drogen (fast immer) so in Einklang bringt, dass am Ende etwas mit Hand und Fuß dabei herauskommt, hat mit „Aladdin“ ein neues Projekt am Start, das in einem Rutsch Film, Musik und bildende Kunst miteinander vereint. Drei Jahre hat der New Yorker an seinem u.a. über Crowdfunding vorfinanzierten multimedialen Rundumschlag gebastelt und dabei eine schräge, Comic-hafte Zukunftswelt auf Basis der Erzählung aus „1001 Nacht“ kreiert.

Grundsätzlich hatte sich Adam Green im Jahr 2014 vorgenommen, ein neues Album zu schreiben. Sein erstes Solowerk seit dem durchwachsenen 2010er „Minor Love“-Album. Über Weihnachten war es dann soweit fertig, dass es zusammen mit dem Produzenten Noah Georgeson (The Strokes, Charlotte Gainsbourg, Flo Morrissey) und Musikern wie Stella Mozgawa (Warpaint), Rodrigo Amarante (Little Joy), Andrew VanWyngarden (MGMT) und Josiah Steinbrick (Devendra Banhart) eingespielt werden konnte. Doch für Adam Green war das „Aladdin“-Thema noch nicht zu Ende gedacht.

Parallel arbeitete Adam Green an einem Script, das im heißen New Yorker Sommer des vergangenen Jahres filmisch umgesetzt wurde. Aus dem entstandenen Film finden sich nun ein halbes Dutzend Dialog-Fetzen zwischen insgesamt 13 Songs wieder, die dem Album einen Hauch von Soundtrack-Atmosphäre verleihen. Doch macht sich der Hörer frei von den eingestreuten Dialog-Teilen, bleibt ein relativ kurzes Werk übrig, das sich musikalisch viele Details aus den 60er Jahren abgeschaut hat.

Adam Greens Stimme kommt heuer keinem dunklen Brummeln gleich, sondern einer Art gemäßigter Reinkarnation von Jim Morrison. Das passt zu der Sixties-Stimmung, die in charmanten Songs wie „Nature of the clown“ oder auch „Fix my blues“ verbreitet wird. Damit erreicht der 34-Jährige zwar nicht den Kultstatus seiner frühen Werke, dennoch ist ein lediglich solides Album besser, als irgendein durchgedrehter Kunst-Hirnfick.

Anspieltipps:

  • Never lift a finger
  • Me from far away
  • Nature of the clown
  • Phoning in the blues
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