Laura Mvula - The Dreaming Room - Cover
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Laura Mvula The Dreaming Room


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein knackig-kurzes und auch deshalb spannendes Album in der Schnittmenge aus Neo-Soul, Jazz, R&B, Funk und Pop.

Im Spätsommer des Jahres 2013 veröffentlichte die britische Soulsängerin Laura Mvula (30) ihr Debütalbum „Sing To The Moon“ (09/2013), das in Großbritannien bereits ein halbes Jahr früher auf den Markt kam, auch in Deutschland. Hierzulande konnte es aber kaum jemand hinter dem Ofen hervorlocken. Im Rest der Welt und in Mvulas Heimat sah dies schon anders aus. „Sing To The Moon“ erreichte auf der britischen Insel den neunten Platz der Album-Charts und bekam eine Gold-Auszeichnung und in den USA gelang immerhin der Sprung in die Charts, wenn auch nur auf Platz 173.

Nach vier Vorabsingles (!) ist nun der zweite Longplayer der in Birmingham geborenen Sängerin erschienen – vier Wochen nach dem ursprünglich geplanten Termin, weil man bei der Plattenfirma Konkurrenzveröffentlichungen aus dem Wege gehen wollte, die in den Charts evtl. den Weg nach ganz oben verbaut hätten. Das Album entstand in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Troy Miller (u.a. Rumer, Gregory Porter, John Newman, Dionne Bromfield, Mark Ronson) in London und New York, der hörbar mehr Pop und Eingängigkeit in den Soul-Sound der 30-Jährigen einbringen wollte.

Dass die Produktion von „The Dreaming Room“ dabei mitunter harte Arbeit für Laura Mvula darstellte, wird von ihr nicht zum Geheimnis erklärt. Schließlich wollte sie keinen Wegwerf-Pop kreieren und den musikalischen Anspruch des Debüts in Teilen auch auf das Zweitwerk transportieren, allerdings ohne sich zu wiederholen. So beginnt das Album nach dem Intro „Who I am“ mit dem etwas überdrehten Disco-Funk-Groover „Overcome“, der zusammen mit Nile Rodgers (u.a. Daft Punk, David Bowie, Chic) entstanden ist und die Richtung für die weiteren Stücke vorgibt.

Auf „The Dreaming Room“ wird eine unkonventionelle Klanglandschaft zwischen Neo-Soul, Jazz, R&B, Funk und Pop kreiert, die den Anspruch an Eingängigkeit nur bedingt einhalten kann. Dazu sind Songs wie das mit Orchesterklängen verzierte 6-Minuten-Opus „Show me love“, 45-sekündige (!) Streicherstücke wie „Renaissance moon“ und sakrale Gesangseinlagen wie in „Angel“ einfach zu sehr vom Mainstream entfernt. Und das ist auch gut so. Denn auf diese Weise gelingt dem Team Mvula/Miller ein knackig-kurzes und auch deshalb spannendes Album, das mit dem finalen Funk-Kracher „Phenomenal woman“ ein prächtiges Ende findet.

Anspieltipps:

  • Angel
  • People
  • Let me fall
  • Show me love
  • Renaissance moon
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