Big Ups - Before A Million Universes - Cover
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Big Ups Before A Million Universes


  • Label: Tough Love/CARGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nostalgiker mit Kurzzeitgedächtnis werden sich an At The Drive-In und die Anfänge von Trail Of Dead erinnern, auch wenn Big Ups in letzter Konsequenz an ein gescheitertes Experiment erinnern.

At The Drive-In kehren zurück. Es ist für viele Rockfans eine wohltuend erscheinende Botschaft, wenn die Radiostationen wieder in einer glatt produzierten Pop-Phase festzustecken scheinen. Um die Rückkehr des damaligen Geheimtipps zu feiern, kann direkt Ausschau nach ähnlichen Bands gehalten werden. Wenig überraschend sind Vertreter dieser Musik noch in jenem Sinne Indie, dass sie tatsächlich niemand kennt. Big Ups ist ein Name, der sich gut in das Postcore-Gewand kleiden könnte, doch die Mischung aus Spoken-Word-Momenten und wütenden, wenig melodiösen Songs erinnert eher an die gescheiterte Sparta-Abspaltung nach der letzten At The Drive-In-Trennung.

Aufmunternde Stimmen werden an And You Will Know Us By The Trail Of Dead erinnern wollen, doch Lyrics mit etwas tieferer und nachdenklicher Stimme ins Mikrofon zu sprechen macht noch lange keinen Trail Of Dead-Song. Die Gedanken schweifen demnach schnell von den meisten Tracks der Big Ups ab und erinnern an die rohe Energie eines „Madonna“. An „Before A Million Universes“ bleibt man dagegen nur schwerlich hängen, weil die Band außer ordentlich Garage-Rock-Power mit Hardrock-Gitarren leider den nächsten Schritt vermissen lässt. Die Geschichten wirken in den Lyrics verloren und bauen nur selten eine Bindung zur Musik auf.

Es reicht, um mit Liedern wie „Knight“ und „Hope For Someone“ für ein paar Minuten Krach zu sorgen, der Postcore-Ohren zwar nicht verwöhnt, aber durchaus aufwärmen kann. Sobald die Band allerdings auf Erzählungen und verkopftere Strukturen setzt, fallen die Arrangements flach, wie an „Negative“, „Yawp“ und dem im Nichts verlaufenden Opener „Contain Myself“ zu hören ist. Es klingt einfach so, als hätte die Band jede Menge Feuer im Bauch und müsste sich die Hitze aus den Körpern spielen. Noch so viel Energie nützt Hörern allerdings nicht viel, wenn die Musik trotz Lautstärke und Kraft nach wenigen Sekunden verpufft.

Anspieltipps:

  • Hope For Someone
  • Feathers Of Yes
  • Knight

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