Jean-Michel Jarre - Electronica 2: The Heart Of Noise - Cover
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Jean-Michel Jarre Electronica 2: The Heart Of Noise


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 74 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Teil zwei eines Mammutprojekts, das die Geschichte der elektronischen Musik aufarbeitet.

Sieben Monate nach „Electronica 1: The Time Machine“ (10/2015), legt der Franzose Jean-Michel Jarre den bereits vorab angekündigten zweiten Teil eines Mammut-Projekts vor, das sich der Aufarbeitung der elektronischen Musik verschrieben hat. Ein Genre, das Jean-Michel Jarre (67) seit den 70er Jahren selbst entscheidend mitgeprägt hat.

Der besondere Clou des „Electronica“-Projekts ist sicher, dass Jean-Michele Jarre seinen Ritt durch die Stilarten und die Geschichte der elektronischen Musik nicht im Alleingang durchzieht, sondern sich für die insgesamt 34 Tracks beider Teile 30 Verbündete ins Studio dazu holte. Auf „Electronica 1: The Time Machine“ waren dies u.a. Armin van Buuren, Air, M83., Pete Townshend (The Who), Moby, Little Boots, Vince Clarke (Ex-Depeche Mode, Erasure), Tangerine Dream, 3D (Massive Attack) und John Carpenter. Auf „Electronica 2: The Heart Of Noise“ gesellen sich nun u.a. die Pet Shop Boys, Primal Scream, Peaches, Yello, The Orb, Cyndi Lauper, Sebastien Tellier und Soundtrack-Komponist Hans Zimmer dazu.

Damit kommen „Electronica 1 und 2“ auf mehr als 140 Minuten Spielzeit, die am Ende auch absolut ausreichen, um die Historie der elektronischen Musik zu ergründen. Denn die Vor- und Nachteile dieses Projekts sind und bleiben die gleichen, egal welchen Teil der Hörer sich vornimmt. Die Elektro-Hörerschaft ist eben nicht einfach so pauschal zu beglücken, wenn sich derart unterschiedliche Kollaborateure die Klinke in die Hand geben, wie auf den beiden Silberlingen zu finden sind. War der erste Teil zum Beispiel gefühlt relativ düster und avantgardistisch, zeigt sich „Electronica 2“ verspielter und poppiger.

Kein Wunder, wenn Kollegen wie Cyndi Lauper, Primal Scream, Peaches und die Pet Shop Boys ins Boot geholten werden. Dieser deutliche Schuss mehr Pop fällt jedenfalls auf Anhieb auf. Dennoch ist „Electronica 2“ alles andere als einseitig, auch wenn man sich durchaus fragen kann, ob Jarre einen künstlichen Medien-Hype notwendig hat, indem er unbedingt Edward Snowden (Ex-US-Geheimagent und Whistleblower, der im russischen Asyl lebt) im Stück „Exit“ sampeln muss. So reduziert sich die tatsächliche Spannung auf die Kollaborationen mit Yello („Why this, why that and why?“), Julia Holter („These creatures“), Sebastien Tellier („Gisele“) und mit Abstrichen Hans Zimmer („Electrees“), wobei in keinem Fall echte Hochstimmung aufkommt. Hand aufs Herz: Ein bisschen mehr war dann doch zu erwarten gewesen, als es Monsieur Jarre und Co. hier zum Besten geben.

Anspieltipps:

  • Gisele
  • Circus
  • Brick England
  • These creatures
  • Why this, why that and why?
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