Klaus Johann Grobe - Spagat Der Liebe - Cover
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Klaus Johann Grobe Spagat Der Liebe


  • Label: Cargo Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Tame Impala der Schweiz mit ihrem Zweitwerk zwischen Krautrock und 70er-Jahre-„Love Boat“-Atmosphäre.

Klaus Johann Grobe. Also ehrlich, auf so einen Bandnamen muss man erst einmal kommen! Dazu noch, wenn man wie Sevi Landolt und Dani Bachmann aus der Schweiz, respektive Basel und Zürich kommt. Aber klar, irgendwie passt das zu dem Krautrock-Verschnitt, den das Duo seit 2011 anbietet und nun auf ihrem zweiten Longplayer „Spagat der Liebe“ unters Volk bringt.

Spacig, psychedelisch, kauzig, groovy, jazzig und auch ein bisschen durchgeknallt. Damit haben die beiden Schweizer vor allem die Fachpresse im Vereinten Königreich geknackt. Und das mit verschrobenen deutschsprachigen Texten. Verrückt! Es wird also Zeit, dass auch hierzulande die Ohren gespitzt werden, wenn Klaus Johann Grobe zu ihren schwebenden, krautrockigen Klangphantasien ansetzen, die sie zu den Tame Impala der Schweiz werden lassen.

Klaus Johann Grobe als Retro-Band zu bezeichnen, fällt dennoch schwer. Dabei sind sie es schon irgendwie. Denn neben all den Krautrock-Verweisen treten die Herren doch auffallend häufig mit glitzernden Dance-Tracks in Erscheinung, die ihre inspirativen Ursprünge in den 60er- und 70er-Jahren haben. Man höre dazu beispielhaft die Doors-Orgel zum bunten Disco-Beat in „Rosen des Abschieds“. Herrlich! Leider können Klaus Johann Grobe die Spannung nicht durchgängig hochhalten, wie Stücke wie „Pure Fantasie“ und „Heut Abend nur“ zeigen, die irgendwie nur so vor sich hin tippeln und schlechtestenfalls an Helge Schneider gemahnen.

Mit Songs wie „Geschichten aus erster Hand“ und „Ohne mich“ fühlt sich der irritierte Hörer über kurz oder lang auf dem schunkelnden US Love Boat aus den 70er Jahren angekommen. Hier übertreiben es Klaus Johann Grobe ganz einfach mit ihrer leicht spinnerten Attitüde und können das Ruder in der Folgezeit mit Stücken wie „Liebe am Strand“ nur noch mühsam herumreißen. So bleibt die Feststellung, dass „Spagat der Liebe“ für einen Hype am Ende leider zu spleenig und selbstgefällig ist und die Musiker aus ihren Möglichkeiten zu wenig herausgeholt haben.

Anspieltipps:

  • Ein guter Tag
  • Liebe am Strand
  • Rosen des Abschieds
  • Geschichten aus erster Hand

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