Max Giesinger - Der Junge, Der Rennt - Cover
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Max Giesinger Der Junge, Der Rennt


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Lauf, Forrest, lauf!“

Im Jahr 2011/2012 war Max Giesinger (27) Teilnehmer der ersten Staffel der deutschen Ausgabe der TV-Castingshow „The Voice Of Germany“, in der er den vierten Platz belegte. Danach war für Max Giesinger klar, welchen Weg er in der Musikbranche auf gar keinen Fall gehen möchte. Es setzte eine Trotzreaktion ein, deren Krönung die Produktion des ersten eigenen Albums war. Max Giesinger finanzierte „Laufen lernen“ (05/2014) in Eigenregie per Crowdfunding-Kampagne vor und konnte damit zumindest eine kleine Duftmarke in der Branche setzen. Ein Chartentry blieb dem Baden-Württemberger zwar verwehrt, aber dieser dürfte nun mit dem zweiten Werk „Der Junge, der rennt“ im Bereich des Machbaren sein.

Über die Vertriebs- und Promotionkanäle von Sony Music werden definitiv mehr Leute erreicht werden, als es im gutgemeinten DIY-Modus jemals möglich wäre. Dazu gibt ein Label-Partner allerdings schon mal seinen Senf zu den Songs ab und wünscht sich einen obligatorischen Hit. Und diesen hat Max Giesinger diesmal tatsächlich in petto! Denn mit dem Song „80 Millionen“ ist dem 27-Jährigen zusammen mit seinen Produzenten Jens Schneider (Joris) und David Jürgens (Madeline Juno) ein ernster Anwärter auf die Charts und das tägliche Mainstream-Radioprogramm geglückt.

Mit einer potenziellen Hitsingle im Gepäck, hat man als Künstler bereits die halbe Miete eingefahren. Und auch der Rest auf „Der Junge, der rennt“ drängt genau in diese Ecke, in der sich schon jede Menge deutschsprachige Popmusiker befinden, die sich aufgrund ihrer nahezu identischen Stilistik gegenseitig die Luft zum Atmen nehmen. So reiht sich nun also auch Max Giesinger zwischen Joris, Benne, Andreas Bourani, Mark Forster, Clueso, Gregor Meyle, Tim Bendzko, Johannes Oerding und so weiter ein, ohne damit ein besonderes Risiko einzugehen.

Die Songs auf „Der Junge, der rennt“ sind nett anzuhören. Sie folgen den derzeit gängigen Mainstreamstrukturen und sie sind handwerklich ohne Fehl und Tadel. Was die Stücke dagegen nicht besitzen, ist eine eigene Identität, mit der sie eindeutig dem Künstler Max Giesinger zugewiesen werden können. Dazu ist die Album-Produktion zu sehr auf Allgemeinschauplätzen unterwegs und Giesingers Stimme zu wenig von denen seiner Kollegen unterscheidbar. Typisches Radiofutter eben, das den Hörer berieselt, ohne dass dieser dazu seinen Kopf einschalten muss.

Anspieltipps:

  • 80 Millionen
  • Nicht so schnell
  • Der Junge, der rennt
  • Die guten Tage strahlen
  • Vielleicht im nächsten Leben
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