Filter - Crazy Eyes - Cover
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Filter Crazy Eyes


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein abwechslungsreiches Industrial-Rock-Album, das gekonnt verschiedene Einflüsse verarbeitet.

Für sein neues Album mit seiner Band Filter hat Richard Patrick gleich die ganze Hintermannschaft ausgetauscht. Hat er die Zeit seit dem letzten Album „The Sun Comes Out Tonight“ meist mit dem Erteilen von guten Ratschlägen in Bezug auf Drogenkonsum bzw. das davon Loskommen und Kommentaren bezüglich anderer Musiker verbracht, verwundert es doch, dass er mit „Crazy Eyes“ schon drei Jahre später in den Startlöchern steht.

Und das neue Album ist ihm erstaunlich gut gelungen. Mit klarer Rückbesinnung auf seine Zeit bei den Nine Inch Nails, deren Gitarrist Patrick zwischen 1989 und 1993 war, beginnt das Album mit dem Dreier „Mother E“, „Nothing In My Hands“ und „Pride Flag“, die sich alle im Fahrwasser der Industrialkönige bewegen. Harte, aggressive Industrialsounds, wechseln sich mit ruhigen Passagen und eingängigen Refrains ab. Besonders heraus sticht „Nothing In My Hands“, dessen Text von den Vorfällen in Ferguson handelt.

Auch im weiteren Verlauf des Albums versteht es Patrick, Industrialklänge mit weiteren Einflüssen zu vereinen. Mal tanzbar und vom Alternative-Rock der Stone Temple Pilots angehaucht wie in „Take Me To Heaven“ oder dem mit groovender Basslinie versehenen „Head Of Fire“, das sich nach zurückhaltendem Beginn zu einem echten Ohrwurm entwickelt. Dann wiederum mit Hardcore- und Punkanleihen wie bei „Tremors“ oder mit an The Prodigy erinnernden Sounds in „The City Of Blinding Riots“. Soundcollagen und Ambientsounds gepaart mit typischen Industrialmomenten schimmern immer wieder durch, vor allem in „Welcome To The Suck (Destiny Not Luck)“. Einzig „Your Bullets“ mit zu austauschbaren Gitarrenriffs will nicht wirklich zünden.

Insgesamt ist Filter mit „Crazy Eyes“ ein kurzweiliges Album gelungen, welches umso erstaunlicher erscheint, betrachtet man die letzten Alben der Band. Richard Patrick und seine Mannen haben ein abwechslungsreiches Industrialrockalbum geschaffen, das verschiedene Einflüsse verarbeitet und gekonnt darbietet. Es mag vielleicht zum Teil etwas vorhersehbar sein, trotzdem macht es Laune.

Anspieltipps:

  • Nothing In My Hands
  • The City Of Blinding Riots
  • Take Me To Heaven
  • Head Of Fire

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