KMPFSPRT - Intervention - Cover
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KMPFSPRT Intervention


  • Label: People Like You Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Intervention“ ist es nicht leichter geworden, KMPFSPRT in irgendeine Genre-Ecke zu drängen.

Richard Meyer (Gesang), David Schumann (Gitarre), Dennis Müller (Bass) und Nico van Hamme (Drums) sind KMPFSPRT aus Köln. Mit „Intervention“ legt die Band über ihren neuen Label-Partner People Like You Records den Nachfolger ihres 2014er Debütalbums „Jugend mutiert“ vor. Dieser wurde im Juli und August 2015 von Sebastian Blaschke (Sondaschule, Montreal, Timid Tiger, Bosse) produziert und soll KMPFSPRT stilistisch endlich dort positionieren, wo es die Band gerne hätte – und nicht die Presse mit all ihren Schubladen-Fallen.

In der Tat ist es mit „Intervention“ nicht leichter geworden, KMPFSPRT in irgendeine Genre-Ecke zu drängen. Und das ist auch gut so. Denn auf der einen Seite sind die neuen Songs im Vergleich melodischer ausgefallen, aber deswegen machen die Kölner noch lange keinen Melody-Punk. Und zum andern wäre da ja noch die Komponente „Hardcore“, die sich ebenfalls recht stattlich in den Kompositionen breitmacht. So kann die Band sich und das Biz mit einem Titel wie „Ich hör‘ die Single nicht“ auch herrlich selbst auf die Schippe nehmen. Schließlich bringt sie auf „Intervention“ das Kunststück fertig, Härte und Eingängigkeit so zu kombinieren, dass niemand „Ausverkauf!“ brüllen kann.

Schon der Auftakt von „Intervention“ mit Songs wie „Soundtrack zum Aufprall“ und dem Titeltrack fällt stark aus. Richard und David changieren zwischen Klargesang und Gebrüll und die Band zeigt insgesamt, dass sie sich mit ihren Hooks und Melodien nicht hinter der internationalen Konkurrenz verstecken muss. KMPFSPRT machen deutlich, dass das zweite Album der Kölner über eine richtig dicke Produktion verfügt und damit höhere Ziele verfolgt. Fans des rauen Debüts werden damit eventuell nicht auf Anhieb klarkommen. Ebenso könnten die fast schon poppigen Refrains in Songs wie „2014 24/7“ oder auch „Lichter“ für Missfallen sorgen. Aber zu meckern gibt es ja immer was.

Fazit: KMPFSPRT zünden mit „Intervention“ die nächste Entwicklungsstufe und rücken der ersten Punkrock-Liga näher. Dabei schaffen sie es, sich inhaltlich gegen Rassismus und Hass zu positionieren, ohne dass augenzwinkernde Themen gänzlich über Bord gekippt werden. Die Mischung macht’s! Und zwar musikalisch wie textlich. KMPFSPRT haben verstanden.

Anspieltipps:

  • Lichter
  • 2014 24/7
  • Wir bleiben wach
  • Samstagabendtodeskampf
  • Soundtrack zum Aufprall
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