Destination Anywhere - Unter Den Wolken - Cover
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Destination Anywhere Unter Den Wolken


  • Label: Artist M.S.
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Generation Y hat auch Probleme, nur dass Destination Anywhere diese so unbestimmt besingen, wie es ihr Name vermuten lässt.

Eingangstexte versuchen den Ska-Punk-Anteil auf „Unter Den Wolken“ hervorzuheben, um schnell Vergleiche mit Sondaschule und Farin Urlaub ziehen zu können. In dieser Schublade sollten sich junge Musiker schnell wohlfühlen, auch wenn vorm zweiten Blick zu warnen ist. Schließlich haben diese beiden Interpreten auch schon ein paar Ausrutscher und gequältes Mittelmaß angeboten. Heute erinnert sich kaum jemand außerhalb des festen Fantums, wie komplette Sondaschule-Alben aussehen. Wir erinnern uns an Singles und der Rest wird brav geskippt. Destination Anywhere sind dazu noch durchgehend viel zu brav, um wirklich in Erinnerung bleiben zu können.

Eine Welt aus Süßigkeiten als Mittel gegen Hass ist in „Kasatschok“ genauso überzuckert nett, wie sich das anhört. Da können die Herren noch so harte Riffs auspacken, wenn weder Humor noch Wut irgendetwas anrichten möchten. Stattdessen werden Hörer ohne echte Probleme in Zuckerwatte verpackt pogen. Das kann man bekanntlich so machen und auch wenn es dann nicht immer gleich schlecht sein muss, fehlt Destination Anywhere stets der Biss. Musikalisch gibt es durchaus ein paar interessante Momente wie den Gypsie-Ska in „Gift“, wo dann auch gleich noch der Text ums Erwachsenwerden gut gelungen ist.

Genauso oft verirrt sich die Band allerdings in nichtssagende Coming-of-Age-Geschichten wie in „Komm, Hör Doch Auf“ und die müden Balladen „Alina“ und „Regisseur“. Teilweise sollten sich auch Sorgen um das Songwriting gemacht werden, denn wie „Dein Stalker“ den Einsatz des Begriffs Stalkers erklärt, ist ein paar Meilen von der Realität entfernt. Dazu kommt die Unbestimmtheit vieler Themen (z.B. „Zimmer In London“), die gerne auf Liebe reduziert werden dürfen, da das Lebensgefühl oftmals Mittel zum Zweck ist, sodass ein „Totenkopf Im Herz“ vielleicht nicht so aggressiv wie ein „Ohne Dich“ auf den typischen Geschichten herumreitet. Besser werden die Lieder dadurch aber auch nicht.

Der kuschelige Rock-Faktor ist durchgehend vertreten und verhindert, dass die Leichtfüßigkeit in „Das Gefühl“ und Co. tatsächlich die Kontrolle an sich reißen kann. Alles klingt verträglich und freundlich, was gar nicht so verkehrt klingt, aber eben auch kaum Tiefe zulässt. Ska muss schon ein Zaubermittelchen für Hörer sein, die die unbestimmt oberflächlich gestalteten Texte ausblenden können. Die kleinen Highlights des Albums werden auch darüber hinaus in Erinnerung bleiben. Das heißt aber auch, dass bei Destination Anywhere in Zukunft an „Gift“ und nicht gleich an das Album „Unter Den Wolken“ gedacht wird.

Anspieltipps:

  • Gift
  • Traurig An Der Bar
  • Komm, Hör Doch Auf

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