Andrew Bird - Are You Serious - Cover
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Andrew Bird Are You Serious


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Werk ohne Radau und Effekthascherei. Und siehe da: Es funktioniert!

Der amerikanische Multiinstrumentalist und Songschreiber Andrew Bird (42) hat sich im Laufe seiner Karriere zu einem echten Fan- und Kritikerliebling entwickelt. Inzwischen sind 20 Jahre seit seinem in Eigenregie auf den Markt gebrachten Debütalbum „Music Of Hair“ (1996) vergangen, dem mittlerweile locker ein Dutzend Studio-Veröffentlichungen folgten. In dieser Zeit hat Andrew Bird seinen Stil stetig erweitert und sich einen speziellen Kosmos aus Folk, Jazz, Klassik und Popmusik erschaffen.

Daran knüpft auch sein neues, von Tony Berg (Aimee Mann, Peter Gabriel, Michael Penn, Beck) produziertes Album „Are You Serious“ an. Dieses wurde unter Mitwirkung von Blake Mills, der als Gitarrist, Songwriter und Produzent u.a. bereits mit Danger Mouse, Norah Jones, Lana Del Rey, Kid Rock, Zucchero und P!nk zusammengearbeitet hat, in den Fairfax und Zeitgeist Studios in Los Angeles eingespielt und verarbeitet in den Texten einen der schwersten Lebensabschnitte Andrew Birds. Nur so viel: Birds Frau war schwer erkrankt. Und diese Phase mündete in das „bisher schutzloseste, direkteste und persönlichste Album“ des Songschreibers.

Dass für Songschreiber insbesondere die dunklen Stunden des Lebens den Stoff für besonders einfühlsame Songs und Texte hergeben, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch für Andrew Bird gilt dies auf „Are You Serious“. Darauf präsentiert er dem Hörer wieder einmal seine geschickt in die Kompositionen verwobenen Violinen-Klänge, geht dabei aber weit weniger Folk-lastig zu Werke, als es der Hörer vielleicht von früheren Alben kennt. Nichtsdestotrotz sind natürlich ein paar Fragmente davon übriggeblieben („Chemical switches“).

Auf diese Weise ist Andrew Bird ein angenehmes, über weite Strecken recht ruhiges Werk gelungen, das unaufgeregt aus den Boxen perlt und dabei ein Bündel kleiner und großer Highlights wie das Duett mit Fiona Apple („Left handed kisses“), den mit HipHop-Beats unterfütterten Opener „Capsized“ oder das schöne „The new saint Jude“ bietet. Daran lässt sich erkennen, dass ein Album auch ohne Radau und Effekthascherei funktionieren kann. Das ist selten. Deshalb muss der Hörer solche Werke immer wieder mit viel Aufwand ausfindig machen. Wir helfen dabei gerne!

Anspieltipps:

  • Bellevue
  • Capsized
  • Truth lies now
  • Saints preservus
  • Left handed kisses
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