Michael Kiwanuka - Love & Hate - Cover
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Michael Kiwanuka Love & Hate


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das schwere, zweite Album ist dem britischen Soulsänger ohne erkennbare Fehltritte gelungen.

Gleich mit seinem Debütalbum „Home Again“ (03/2012) feierte der britische Soulsänger mit ugandischen Wurzeln einen perfekten Einstand. Alle wichtigen Charts wurden geentert und die Fachwelt war sich einig, dass mit Michael Kiwanuka (29) ein neuer Soulstern aufgegangen war. Dieser war sich seiner Sache allerdings nicht sicher und plagte sich mit Selbstzweifeln und dem Gedanken ans Aufhören. Wohl auch deshalb liegt erst jetzt, mehr als vier Jahre nach seinem Debüt, nach zweijähriger Arbeitszeit, das Zweitwerk „Love & Hate“ vor, das in Los Angeles und London entstand und von Brian „Danger Mouse“ Burton (U2, The Black Keys, Red Hot Chili Peppers, Gorillaz), Paul Butler (Devendra Banhart) und Dean „Inflo“ Josiah (The Kooks, Tom Odell) an den Reglern betreut wurde.

Zu Beginn des Albums gönnt Kiwanuka seinen Hörern erst einmal einen fünfminütigen Pink-Floyd-Moment im insgesamt zehnminütigen Opener „Cold little heart“. Er fährt Streicher, einen voluminösen Chor und eine Pink-Floyd-typische Gitarrenmelodie auf, bevor er mit seiner Stimme in den Song einsteigt, während Danger Mouse und Inflo höchstpersönlich an Bass, Synthesizern, Drums und Piano mitwirken. Auch bei den folgenden neun Stücken greifen die Herren Produzenten (inklusive Paul Butler) immer wieder zu den verschiedensten Instrumenten und unterstützen damit die opulenten Arrangements, die alle auf den gemeinsamen Nenner namens Retro-Soul kommen.

In das Zentrum wurde neben Kiwanukas Stimme auch sein Gitarrenspiel gerückt, mit dem er einen schönen Gegenpart zu den prominent vertretenen Streichern stellt, indem er zum Beispiel fuzzig-kratzige Soli an unerwarteten Stellen platziert („Love & hate“). In solchen Momenten, wie sie auch in Songs wie „One more night“ und „Rule the world“ enthalten sind, ist die künstlerische Handschrift der einzelnen Produzenten gut zu hören. Denn diese kitzeln aus Michael Kiwanuka zu seinen Texten über Themen wie Diaspora, Angst, Hautfarbe, Identität und Verletzlichkeit eine Extraportion Raffinesse heraus, mit der seine Songs nicht nur nach Retro-Soul klingen, sondern auch genügend Innovationen mitbringen, um nicht im Stile eines Lenny Kravitz altbacken zu wirken.

Anspieltipps:

  • Falling
  • Love & hate
  • I’ll never love
  • Cold little heart
  • The final frame
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