Mark Forster - Tape - Cover
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Mark Forster Tape


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Tape“ ist in der Menge von 14 Songs vorhersehbar und nicht mehr als solide Popmusik, mit ein paar Ausschlägen nach oben.

Er kam („Karton“, 2012), sah („Bauch und Kopf“, 2014) und siegte („Bauch und Kopf: Live“) – und ist seitdem nicht mehr aus der deutschen Popszene wegzudenken: Marek Cwiertnia alias Mark Forster (32), der allein von seiner Single „Au Revoir“ (05/2014) mehr als 900.000 Einheiten verkaufte. Die sich aus dem Erfolg ergebende Dauerpräsenz hat u.a. dazu geführt, dass man zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt schon mit einem neuen Studioalbum gerechnet hat. Doch in der Popmusik muss das heiße Eisen schnell bearbeitet werden, sonst kommt ein neuer Mark Forster um die Ecke und nimmt die Stellung des gebürtigen Kaiserslauterners ein.

Angesprochen auf die relativ kurze Zeitspanne zwischen seinen Longplayern, gesteht Mark Forster ein, dass es ihn quasi über Nacht überkam, als er nachts durch New Orleans spazierte und eine Brassband auf offener Straße spielen sah. Das steckte den 32-Jährigen an und setzte die Energie für das Songwriting zu „Tape“ frei. Entsprechend ist das neue Album weniger melancholisch und stilistisch an die Tradition der Mixtapes aus der HipHop-Szene angelehnt. Denn Forster arbeitete mit verschiedenen Produzenten zusammen, auch aus dem HipHop-Bereich. Diese sollten helfen, seine Vorstellung von der Vereinigung von Pop- und HipHop-Elementen mit Brass und Gospel umzusetzen.

Eben jene Brass-Bläser in Verbindung mit HipHop-Beats („Sowieso“) und Gospel-Chören („Schöner Scherbenhaufen“) hören wir auf „Tape“ immer wieder, ohne dass dabei der Mainstream-Charakter verlorengegangen wäre. Mark Forster liefert immer noch Songs ab, die das Tagesprogramm der großen Radiosender dominieren können („Wir sind groß“) und schon nach so kurzer Karrierezeit ein Markenzeichen entwickelt haben („Chöre“, „Natalie“). So lassen sich Mark Forsters Songs auf Anhieb als solche identifizieren, womit er die erste Regel des großen Einmaleins des Pop erfüllt. Allerdings sollte dabei nicht unbedingt eine sonderliche Tiefe erwartet werden.

Mark Forster bedient in erster Linie Radiohörer. Daran hat sich nichts geändert. Das macht er gut und sicher wird auch „Tape“ wieder die eine oder andere Single abwerfen. Auf Albumlänge fehlt dabei leider etwas die Spannung. Denn unterm Strich ist „Tape“ sehr vorhersehbar und in der Menge von 14 Songs nicht mehr als solide Popmusik.

Anspieltipps:

  • Natalie
  • Sowieso
  • Was Ernstes
  • Weiter (right now)
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