Tarja - The Shadow Self  - Cover
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Tarja The Shadow Self


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 69 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Tarja rehabilitiert sich als Cover-Künstlerin. Ansonsten klingt „The Shadow Self“ eher wie eine Seifen- und nicht wie die Semperoper.

Niemand wird Tarja Turunen jemals Faulheit vorwerfen können. Die Finnin bringt spätestens alle zwei Jahre ein neues Album heraus und damit sie niemand vergisst, gibt es zwischendurch jede Menge Live-Material. Im Jahr 2016 dreht Tarja ordentlich auf und bringt statt einer Vorab-Single, das Vorab-Album „The Brightest Void“ auf den Markt. Der Song „Eagle Eye“ gibt sich nun auf dem großen Bruder „The Shadow Self“ erneut die Ehre, aber ansonsten entspinnt Tarja neues Material.

Nach der durchaus bitteren Kritik am Vorgänger und insbesondere der missratenen „Goldfinger“-Adaption kann die Hoffnung der Sängerin nur darin bestehen, dass das pralle „The Shadow Self“ die Kritik begraben kann. Der Glaube daran ist unerschütterlich, so selbstsicher wie Tarja zur Natur des Albums steht. Schon beim Opener „Innocence“ erinnert uns die Künstlerin daran, dass sie in gewisser Weise ein One-Trick-Pony ist. Sicherlich kann nicht jeder diesen Oper-Light-Gesang bieten, aber Tarja kann oder möchte sich auch nicht von diesem Gesangsstil lösen. Eiskalt versetzt sich dieses Album von Sekunde eins an zurück zur Jahrtausendwende, als Nightwish und Evanescence noch im Mittelpunkt des Business standen.

Inmitten vieler Erinnerungen an die eigene Hoch-Zeit der Karriere mischt sich ein Song, der tatsächlich eine gewisse Ausstrahlung erreicht. Leider ist er nicht von Tarja, sondern von Muse. Zumindest hat sich die Sängerin mit „Supremacy“ vom Album „ The 2nd Law“ ein Stück herausgepickt, das ihrem Stil gut entspricht. Wenn sie das erste Mal den Titel in die Länge zieht und in die Höhe treibt, dann stehen dem Hörer die Haare im positiven Sinne zu Berge. Dieses Lied zu covern ist dann aber auch schon die spannendste Idee des Albums. Es wird mal mit dem Schattengesang eines dämonischen Wesens durch Growling gearbeitet (passend in „Demons In You“), aber ansonsten ist das Album eine brave Ansammlung an Balladen (u.a. „The Living End“) und wenig überraschenden, schweren Rock-Nummern wie dem Opener „Innocence“.

Auf dem Papier scheint Tarja auf „The Shadow Self“ eine abwechslungsreiche Künstlerin zu sein, doch in Anbetracht ihrer Karriere muss festgehalten werden, dass sie vieles davon besser kann. „The Shadow Self“ weiß bis auf wenige Momente anscheinend selbst nicht, warum es existiert. Es handelt sich um eines der vielen Alben, die keine klare Stimmung auf die Hörer übertragen können. Im Endeffekt ist „The Shadow Self“ lediglich mehr von Tarja. Wer den Fix braucht, wird sich bedanken. Alle anderen wird dieses Album weitestgehend kalt lassen.

Anspieltipps:

  • Supremacy
  • Diva
  • Demons In You

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