Christina Stürmer - Seite An Seite - Cover
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Christina Stürmer Seite An Seite


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Christina Stürmer wagt auf „Seite an Seite“ keine Experimente und beliefert ihr Publikum mit dem, was es verlangt.

Mit „Seite an Seite“ veröffentlicht Christina Stürmer (33) ihr letztes und inzwischen siebtes Studioalbum vor der anstehenden Babypause. Was für ein hervorragendes Timing! Denn obwohl der Vorgänger „Ich hör auf mein Herz“ (04/2013) inzwischen drei Jahre auf dem Buckel hat, konnte sich die Österreicherin in den vergangenen Monaten über zu wenig Medienpräsenz nicht beklagen. So brachte sie im vergangenen Jahr u.a. das Best-Of-Werk „Gestern. Heute.“ (05/2015) auf den Markt und war in der zweiten Staffel von „Sing meinen Song“ zu sehen und zu hören. Nicht zu vergessen sind ihre Live-Auftritte, mit denen sie es zum Beispiel im Jahr 2013 ins Vorprogramm von Bon Jovi geschafft hatte.

Was vor 13 Jahren noch mit deutlich rockigeren Tönen begonnen hatte, zeigt sich im Sound inzwischen stark gemäßigt. Zwar gehören auch heute noch E-Gitarren zum guten Ton im Hause Stürmer, doch insgesamt ist das Klangbild unverkennbar poppiger und glatter geworden. Auf „Seite an Seite“ gewinnen zudem Balladen und insgesamt ruhigere Songs die Überhand, in denen thematisch die üblichen Lebensstationen und persönlichen Empfindungen durchgegangen werden. Es geht auf der einen Seite um das Ende einer Liebe sowie Verlust und Trauer, während auf der anderen Seite große Träume, Mut, Hoffnung, Aufbruchsstimmung und Liebeserklärungen an das Leben in den Fokus gerückt werden.

Damit macht Christina Stürmer musikalisch im Prinzip nichts anderes, als es dutzende deutschsprachige Künstler tun, aber cool finden es nur ihre Fans, was irgendwie unfair ist. Denn bevor man die Musik der 33-Jährigen in Richtung Schlager rückt oder sich über ihre Texte beschwert, die immer irgendwie die Kanzlerinnen-Raute in sich tragen und vehement „Wir schaffen das“ verkünden, sollte noch einmal verinnerlicht werden, dass Popmusik nicht zwingend zu tiefschürfender Seelenforschung auserkoren wurde. So geht Christina Stürmer auf „Seite an Seite“ keine Experimente ein, sondern beliefert ihr Publikum mit dem, was es verlangt. Und das ist auch gut so.

Das Vorhaben gelingt zwar nicht in allen 13 Songs auf einem Niveau, das mit der Zunge schnalzen lässt, doch eine gute Handvoll Songs sprechen eine Sprache, auf die es sich einigen lässt. Dazu zählen Titel wie der Opener „Katapult“, der sowohl live, als auch im Radio eine gute Figur machen dürfte, oder die Pianoballade „Zeppelinherz“, die ohne großes Brimborium für Atmosphäre sorgt. Zwischendurch finden sich allerdings auch ein paar amtliche Durchhänger wie das öde „Astronaut“, das platte „Tanzen“ oder das wie Füllmaterial wirkende „Ein Teil von mir“. Für diesen schwachen Mittelteil entschädigt hingegen ein starkes Finale, wodurch sich „Seite an Seite“ am Ende achtbar aus der Affäre zieht.

Anspieltipps:

  • Katapult
  • Leicht sein
  • Zeppelinherz
  • Neue Farben
  • Du fehlst hier
  • Träum weiter
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