Volbeat - Seal The Deal & Let´s Boogie - Cover
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Volbeat Seal The Deal & Let´s Boogie


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Metallica, Bon Jovi und Helene Fischer gemeinsame Sache machen, kommt Volbeat dabei heraus.

Der Sommer ist endlich da, die Festival-Saison hat begonnen und damit auch die heiße Phase für die dänische Band Volbeat, die sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre zu einem international erfolgreichen Super-Act emporgeschwungen hat und mit ihrem gar nicht mal so einzigartigen (siehe: The BossHoss), aber perfekt umgesetzten Rock’n’Roll-Metal-Sound ein gerngesehener Gast auf allen Bühnen ist. Drei Jahre nach ihrem fünften Album „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ (04/2013) gehen die Mannen um Mastermind Michael Schøn Poulsen (40) nun mit „Seal The Deal & Let’s Boogie“ wieder steil. Die Eroberung des Mainstream-Marktes kann also weitergehen.

Allerdings in neuer Besetzung. Denn Bassist Anders Kjølholm (45) gehört nicht mehr zum Volbeat-Line-up. Er wurde durch Kaspar Boye Larsen (41) ersetzt, nachdem das Gründungsmitglied eine andere Vorstellung von den zukünftigen Aktivitäten der Band hatte. Nichtsdestotrotz sind Volbeat ihrem Klangbild natürlich auch auf „Seal The Deal & Let’s Boogie“ treugeblieben, wobei das metallische Country- und Western-Konzept des Vorgängers nicht weitergesponnen werden sollte. Dafür wurden ein paar Punk-Elemente aus dem Hut gezaubert, die für ein wenig Weiterentwicklung sorgen.

Volbeat sind inzwischen zu 100% Mainstream. Das weckt wie üblich Neider, die schon bei den Tönen des Openers „The devil’s bleeding crown“ die Nase rümpfen dürften, denn Volbeat schütteln bereits hier einen Bass-betonten Vollrahmstufen-Dicke-Hose-Groove aus dem Ärmel, der die Richtung für die kommenden 50 Minuten angibt: Eingehüllt in eine amtliche Produktion von Jacob Hansen (Doro, Communic, U.D.O., Primal Fear) hören wir poppige Melodien („Marie Laveau“, „The gates of Babylon“), wuchtige Doublebass-Attacken („Seal the deal“) und Gitarrenriffs, die im Radio-Tagesprogramm keinen Hörer verstören („For evigt“, „Rebound“).

Bevor einer fragt: Ja, das klingt, als hätten die Dänen Metallica anno 1991 („Seal the deal“, „The loa’s crossroad“) und Bon Jovi anno 1987 („You will know“, „For evigt“) in den Mixer geworfen und mit der besoffen machenden Eingängigkeit eines Helene-Fischer-Schlagers verquirlt („Goodbye forever“, „Battleship chains“). Offiziell schämt sich ein gestandener Hardrocker und Festival-Besucher für so eine scheinbar kalkuliert wirkende Musik. Aber, hey, irgendwie ist es auch geil, wie Volbeat immer wieder Riffs, Refrains und Melodien erfinden, die wie Honig kleben und ein Festivalgelände in kollektives Schunkeln versetzen können.

Anspieltipps:

  • For evigt
  • Let it burn
  • Seal the deal
  • Goodbye forever
  • The devil’s bleeding crown
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