Good Charlotte - Youth Authority - Cover
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Good Charlotte Youth Authority


  • Label: MDDN/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Pop-Punk hat uns wieder. Denn nach Blink-182 kehren nun auch Good Charlotte zurück, während Sum 41 bereits in den Startlöchern stehen.

Die feierliche Rückkehr des Pop-Punk geht in die nächste Runde. Denn nachdem Blink-182 vor zwei Wochen mit „California“ (07/2016) ihr Comeback feierten und Sum 41 im Oktober mit „13 Voices“ zurückkehren werden, melden sich nun auch Good Charlotte mit „Youth Authority“ zurück auf der Bühne des seicht-genialen Vergnügens. Es ist das mittlerweile sechste Studioalbum der Herren Joel Madden (Gesang), Benji Madden (Gitarre), Billy Martin (Gitarre), Paul Thomas (Bass) und Dean Hutterworth (Drums) und das erste seitdem enttäuschenden und völlig zurecht gefloppten „Cardiology“-Werks aus dem Jahr 2010.

Nach diesem Album zogen sich die Jungs von Good Charlotte aus der Öffentlichkeit zurück und beschränkten sich auf das Komponieren und Produzieren für andere Acts, sieht man einmal von dem Engagement der Madden-Brüder als Juroren für „The Voice Australia“ ab. Trotzdem: Nach „Cardiology“ hat Good Charlotte kaum noch jemand auf dem Plan, geschweige denn vermisst. Doch irgendwie scheint die Zeit für Pop-Punk wieder reif zu sein. Frage: Was machen eigentlich Green Day und The Offspring?

„Youth Authority“ erscheint auf dem eigenen Label der Madden-Brüder (MDDN) und wurde von ihrem traditionell vielbeschäftigten Landsmann John Feldmann (u.a. Blink-182, Biffy Clyro, The Veronicas, All Time Low, The Used, Four Year Strong, 5 Seconds Of Summer) produziert und mitgeschrieben. Dass dieser ein Spezialist auf dem Gebiet des vollfetten Mainstream-Rock ist, hat nicht zuletzt seine Produktion für Biffy Clyro („Ellipsis“) gezeigt. Auch für Good Charlotte drehte er alle Regler nach rechts. Und so ist bereits der Opener „Life changes“ mit einem satten Bon-Jovi-Stadion-Rock-Refrain ausgestattet, der mit voller Wucht durch die Lautsprecher gedrückt wird.

Damit ist das Credo für die kommende Dreiviertelstunde bereits umzingelt: Die Songs müssen möglichst simpel komponiert sein („Reason to stay“), schnell ins Ohr gehen („Life can’t get much better“) und Teenager-taugliche Texte haben („40 oz. dream“). Dass Good Charlotte diese Anforderungen in einer Art Markenzeichen-Sound umsetzen können, spricht für sie als alte Hasen des Genres. Neue Fans werden sie damit aber wohl kaum finden. Es ist eben noch immer leichter, die Maddens zu verachten, als zu mögen. Denn sind wir mal ehrlich: Ihre Songs sind schon immer grenzwertig gewesen. Und so erleben wir auch heuer ein Rudel (inzwischen) Enddreißiger mit der Ausstrahlung von 18-Jährigen, die einfach nur ein bisschen Spaß haben wollen.

Eben jenen Spaß kann das Quintett zumindest mit einer Handvoll Tracks auf „Youth Authority“ verbreiten, was im Vergleich zu „Cardiology“ schon mal ein Fortschritt ist. In diesen Momenten fühlt es sich ein bisschen an wie anno 2002, als Good Charlotte mit „The Young & The Hopeless“ durch die Decke gingen. Leider können die Maddens dieses Niveau auf „Youth Authority“ nicht kompensieren.

Anspieltipps:

  • The outfield
  • Life changes
  • Reason to stay
  • Life can’t get much better
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