Holy Fuck - Congrats - Cover
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Holy Fuck Congrats


  • Label: Innovative Leisure/Rough Trade
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach sechs Jahren Albumpause machen Holy Fuck wieder Lärm. Ein kurzweiliger Wachmacher.

Sechs Jahre ist „Latin“ mittlerweile her; eine lange Zeit für Holy Fuck, die krautige, noisy Alternative zu Ratatat, die zufällig letztes Jahr ebenfalls aus ihrem Schlaf erwachten. Dabei hatten die Kanadier vor zwei Jahren bereits mindestens zwei - „Chimes Broken“ und „Sabbatics“ - der zehn Songs fertig, die jetzt die vierte Holy-Fuck-Platte ausmachen. „Congrats“ heißt die Scheibe und auch wenn Selbstlob bekanntlich stinkt, ist Selbstgratulation durchaus angebracht.

Dabei machen Holy Fuck nicht viel Neues. „Congrats“ ist wieder rauschiger Lo-Fi mit einem Meer an Drone-Sounds, dumpfen Beats und unverständlichen, aus der Ferne gerufenen Vocals. Trotz Kinderglück in drei Vierteln der Band ist die Welt des Quartetts akustisch düsterer geworden: „Chimes Broken“ bereitet mit unruhiger Gitarre und nervösen Hi-Hats den Weg für den bedrohlichen Marsch, der da „Tom Tom“ mit unnachgiebigen Kompressor-Beats ist. „Shivering“ wird von einem hallenden Jaulen dominiert.

Holy Fuck beschreiben schließlich „Neon Dad“ als tanzbare Nummer für alteingesessene Fans und tatsächlich sind die wabernden Synthies und der teils gehauchte Frauengesang eine warme Abwechslung zum industriell anmutenden Vorspiel, allerdings auch kein Wendepunkt. Rasenmäher-Anlasser und scheppernde Trompeten in „House Of Glass“, Sirenen und krächzender Ska-Beat in „Acidic“, und metallisches Knirschen und Hämmern in „Caught Up“. Es ist nicht alles Krach was lärmt, doch „Congrats“ ist eine Holy-Fuck-typische, krachende Beglückwünschung, die verdient ist und zu Zeiten überlanger Tracklists mit 37 Minuten angenehm kurzweilig ist.

Anspieltipps:

  • Shivering
  • Xed Eyes
  • Acidic

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