Joana Serrat - Cross The Verge - Cover
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Joana Serrat Cross The Verge


  • Label: Loose Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Was als verträumte Singer/Songwriter-Szenerie beginnt, wird durch zu seichte Country- und Pop-Einflüsse verwässert.

„Und Cut!“, kennt so ziemlich jeder die oftmals in Filmen genutzte Darstellung vom Ende einer Szene. Joana Serrat hätte jemand genau diese Worte zurufen sollen. Ob das nun schon nach knapp drei Minuten der Fall sein sollte, ist die große Frage. Die sehr sphärisch klingende Sängerin ergibt sich nämlich ziemlich schnell ihrer Liebe zur Country-Musik, klingt dabei allerdings ziemlich oberflächlich. Der Country wird mit Pop-Strukturen gepaart und mit atmosphärischer Klangspielerei gemischt. Das ist keine schlechte Mischung, aber eine, die viel mehr Potenzial zugelassen hätte, als es auf „Cross The Verge“ der Fall ist.

Nach den besagten drei Minuten zum Anfang ist „Lonely Heart Reverb“ vorbei und Fantasy kundige Hörer werden Serrats Musik mit dem Erscheinungsbild von Elben vergleichen. Zart und anmutig zugleich ertönt diese Musik, sodass sie luftig leicht und dicht gestrickt zugleich wirkt. Mit „Saskatoon (Break Of Dawn)“ beginnt nach dieser betörenden Eröffnung dann eine Entzauberung, die schlichtweg in Belanglosigkeit mündet. Wäre „Saskatoon (Break Of Dawn)“ lediglich ein Experiment um das im Opener präsentierte Gerücht, weinte niemand der vergebenen Chance hinterher. Der schlichte Pop mit Country-Akzent übernimmt allerdings komplett das Kommando, sodass „Lonely Heart Reverb“ letztlich die starke Ausnahme auf einem durchschnittlichen Album bildet.

Zwar mischen sich bessere Melodien wie die eines „Desert Valley“ ein, aber diese Musik verliert ganz schnell an Fahrt und an Ausstrahlung fehlt es ihr gänzlich. Der fast schon geatmete Gesang wirkt in diesem Zusammenhang schwachbrüstig und wie in „Lover“ gut zu hören ist, reißt der geerdete Country-Klang Serrats Gesang zum Boden der Tatsachen hinab. Serrats zu Beginn so hübsch verpackten Worte sind letztlich nicht mehr als ein Flüstern im Wind. Die Worte sind kaum zu vernehmen und der Klang verschwindet im Einerlei der Melodien, sodass ein beliebiges Album übrigbleibt, das im besten Fall ein paar gut gemachte, aber weder eindringliche noch einprägsame Momente abseits des Auftakts bereithält.

Anspieltipps:

  • Lonely Heart Reverb
  • Desert Valley
  • Tug Of War
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