Lucy - Self Mythology - Cover
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Lucy Self Mythology


  • Label: Stroboscopic Artefacts
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Vielschichtiger Techno als Brücke zwischen alten und neuen Märchen.

Luca Mortellaro gehört zu einer Avantgarde italienischer Produzenten, die in den vergangenen Jahren mit eigenwilligen Interpretationen des Techno-Genres auf sich aufmerksam gemacht haben. „The Italian New Wave“ wurde die Riege um Künstler wie Lorenzo Senni, Bienoise, Not Waving oder eben Mortellaro getauft. Als Lucy tut sich der Italiener und Wahl-Berliner seit 2007 mit rauen, irgendwie industriell und doch organisch klingenden Produktionen hervor. Auf seinem eigenen Label Stroboscopic Artefacts erschienen seine ersten beiden Alben und nun auch „Self-Mythology“.

Die Grundierung ist immer noch Techno, doch im Gegensatz zu den Vorgängeralben, wo es doch immer irgendwie um die Gegenüberstellung von Primitivität und Moderne ging - die Albumtitel beschreiben den Inhalt bereits sehr gut - konzentriert sich „Self-Mythology“ vornehmlich auf das Archaische in uns. Die Sounds knarzen noch immer, klingen mal wie Störgeräusche, mal wie Regenfälle. Dafür schaffen schamanische Gesänge, wabernde Didgeridoo-Sounds und rasselnde sowie dumpfe Percussion eine Atmosphäre, die neu für Lucy ist und an die Ursprünge solcher Mythen erinnert, wie sie „Self-Mythology“ aufgreift.

Das klingt alles immer stark nach Räucherwerk-induzierten Esoterik-Trips, doch Beat und elektronisches Gefrickel stehen meist doch noch an vorderster Stelle. Für Lucy ist heute Techno die rituelle Untermalung moderner Mythen, Ängste und Hoffnungen. „Self-Mythology“ hebt damit die Bedeutung des Dancefloors als soziale Stätte hervor: Interaktion im Eskapismus, Märchen in moderner Umgebung transzendent neu aufleben lassen. Techno komplex, doch primitiv.

Anspieltipps:

  • Dissonance Emancipation
  • A Selfless Act
  • Meetings With Remarkable Entities
  • She-Wolf Night Mourning

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