Jessy Lanza - Oh No - Cover
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Jessy Lanza Oh No


  • Label: Hyperdub Records/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Von schwül zu aufgeladen. Auf ihrem zweiten Album dreht Jessy Lanza den Popfaktor und die BPM auf.

Jessy Lanza hatte schon immer etwas für Liebeslieder übrig. Schon ihr 2013er Debüt „Pull My Hair Black“ war eine Melange aus mal lasziven, mal nachdenklichen Stücken, die getränkt waren in Dubstep-, Disco- und R&B-Einflüssen. „Pull My Hair Black“ war meist düster, langsam schwingend. Ein Stil, der schließlich 2015 auf der „You Never Show Your Love“-EP, Lanzas Kollaboration mit den Footwork-Botschaftern DJ Spinn und Taso, seine Definition fand.

Ihre Remixe für Künstler wie Le1f und Matthew Dear, ihre Zusammenarbeit mit Jeremy Greenspan (Junior Boys) und Morgan Geists Retro-Elektro-Projekt „The Galleria“ zeugen jedoch von einem breiterem musikalischem und emotionalem Repertoire. Ja, Jessy Lanza besingt und illustriert auf ihrem zweiten Album wieder Liebesbeziehungen und die Buhlerei drumherum. Doch „Oh No“ sprüht vor Energie: Lollipop-Gesänge, temporeiche Beats und zuckersüße Synthie-Melodien. War „Pull My Hair Black“ der Soundtrack zum neugierigen Flirt im dunklen Club, ist „Oh No“ das offene Buhlen in der Rollerdisko.

Ganz ohne Slowburner kommt Lanzas zweites Album aber doch nicht aus. Zwischen 4/4-Beats und klappernden Snares in „VV Violence“ und hochgepitchten Vocals sowie nervösem Geklöppel in dem grandiosen „It Means I Love You“, erklingt dann bei „I Talk BB“ doch nochmal der schwüle Sound von „Pull My Hair Black“. Ähnlich langsam ist auch der Closer „Could Be U“, der allerdings mit Trap-Snares arbeitet. Lanza findet hier ein Mittelding aus den wenigen, auf die Essenz reduzierten Lyrics des Debütalbums und längeren, selbstsicher vorgetragenen Strophen, die „Oh No“ trotz Pop-Ästhetik mitprägen.

Tatsächlich war „Oh No“ von Beginn an als Pop-Album vorgesehen. Das ist es geworden, ohne dabei Lanzas Handschrift zu verwaschen. Im Gegenteil, es ist süßer Synthie-Pop mit Wiedererkennungswert.

Anspieltipps:

  • VV Violence
  • Never Enough
  • It Means I Love You
  • Could Be U

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