Red Hot Chili Peppers - The Getaway - Cover
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Red Hot Chili Peppers The Getaway


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Fünf Jahre nach „I’m With You“ haben wir wohl alle mehr erwartet. Ein paar göttliche Momente haben die Chili Peppers auf „The Getaway“ dennoch in petto.

Fast fünf Jahre ist es inzwischen her, dass die Red Hot Chili Peppers mit dem „I’m With You“-Longplayer (08/2011) neue Songs in Albumform veröffentlichten. Danach feuerten die Kalifornier von August 2012 bis Juli 2013 zwar noch neun Vinyl-Singles mit 17 Songs auf den Markt, die während der „I’m With You“-Sessions liegengeblieben waren und später zu dem in kleiner Auflage hergestellten Vinyl-Doppelalbum „I’m Beside You“ (11/2013) zusammengefasst wurden, doch damit erreichten Anthony Kiedis, Flea, Chad Smith und Josh Klinghoffer freilich nur noch ein paar zahlungskräftige Nerds. Fakt ist: Bands in Superstar-Regionen wie die Chili Peppers, von denen es immer weniger gibt, brauchen einfach mehr Zeit, um neues Material abzuliefern. Zeit, die ihnen der Hörer auch lassen sollte.

Doch jetzt liegt mit „The Getaway“ endlich das elfte Studioalbum der Red Hot Chili Peppers vor, das in Zusammenarbeit mit Toningenieur Nigel Godrich (Radiohead, Travis, Air, Pavement, R.E.M.) und Produzent DJ Danger Mouse (Gorillaz, Beck, The Black Keys, Norah Jones, U2) entstand. Fürwahr keine schlechten Adressen, nachdem Stammproduzent Rick Rubin nach 25 Jahren abgelöst wurde. Allerdings alarmierte, dass die erste Singleauskopplung „Dark necessities“ (05/2016) in allen wichtigen Charts zu einem deutlichen Flop avancierte. Dabei ist das Quartett in der Regel Top-40-Platzierungen gewohnt. Also ist doch der Produzentenwechsel Schuld?

Klar ist, dass die Red Hot Chili Peppers einmal mehr ihren Sound variieren wollten und Danger Mouse dazu mit in das Songwriting involvierten. Da über alldem trotzdem der markante Chili-Peppers-Funk-Rock als Markenzeichen schwebt, dürfte der Hörer trotz Synthesizern, elektronischen Spielereien und dem inzwischen gesetzten Alter der vier Musiker an der richtigen Stelle abgeholt werden. Die Band geht zwar unverkennbar gemäßigter zu Werke („The longest wave“), doch über die knochentrockene Produktion wird auf andere Weise Druck aufgebaut („We turn red“).

Das Duo Josh Klinghoffer und Flea legt ausgeprägte Groove-Teppiche aus („Goodbye angels“), die vielleicht nicht mehr den Biss aus früheren Zeiten besitzen (im rührseligen „Sick love“ spielt Elton John Piano!) und grundsätzlich wohl eine Spur zu poppig ausgefallen sind („Go robot“ lädt in die Seventies-Disco ein), aber dennoch genügend Hummeln im Hintern haben, um den Hörer nicht einnicken zu lassen („Detroit“, „This Ticonderoga“). Damit reiht sich „The Getaway“ gewiss nicht unter den Top 3 der besten Chili-Peppers-Alben ein, allein weil diesmal keine Hitsingle auszumachen und die Atmosphäre des Albums im Ganzen gesehen zu brav ist.

Anspieltipps:

  • Detriot
  • The getaway
  • We turn red
  • Goodbye angles
  • Dreams of a Samurai
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