In Extremo - Quid Pro Quo - Cover
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In Extremo Quid Pro Quo


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Solide Qualität aus dem Hause In Extremo. Die uneingeschränkte Euphorie vergangener Tage fehlt allerdings.

Im vergangenen Jahr bestimmten die Jubel- und Feierarien zum 20-jährigen Jubiläum von In Extremo das Band-Geschehen. Doch wer feiern kann, kann auch arbeiten. Und so entstanden parallel die neuen Songs für das Nachfolgealbum zum 2013er „Kunstraub“-Werk. Dieses wurde „Quid Pro Quo“ getauft, was sinngemäß so viel heißt wie „Eine Hand wäscht die andere“ und entstand wieder einmal in den Münsteraner Principal Studios.

Der markante Sound von In Extremo ist inzwischen eine feste Institution im deutschen Mainstream-Rock geworden. Darüber können auch keine mittelalterlichen Instrumente oder Kollaborationen mit Metal-Acts wie Heaven Shall Burn und Hansi Kürsch von Blind Guardian hinwegtäuschen, die In Extremo auf „Quid Pro Quo“ auffahren. Die Melodien ihrer Songs sind inzwischen so süßlich, dass sie auch von Helene Fischer intoniert werden könnten („Roter Stern“). Das spiegelt sich in den Verkaufszahlen wider und unterstreicht den Status als Deutschlands Mittelalter-Rock-Band Nummer eins.

Auf diese Weise ist der Weg vom charismatischen Mittelalter-Rock zum Schlager-Metal nicht mehr weit. Wer Volbeat und Tarja hört, kann auch bei In Extremo bedenkenlos zugreifen. Denn auf ihrem mittlerweile zwölften Longplayer können In Extremo aus zwei Jahrzehnten Erfahrung schöpfen und ihren Hörern genau das vorsetzen, was sich in den vergangenen Jahren bewährt hat. Dazu gehören hier und da ein paar Metal-Passagen („Pikse palve“) und die Verknüpfung von Neuer deutscher Härte mit den für In Extremo typischen Dudelsackklängen („Lieb Vaterland, magst ruhig sein“). Ebenso darf eine klare politische Positionierung nicht fehlen („Quid Pro Quo“).

Darüber hinaus orientieren sich In Extremo traditionell an folkloristischem Material, sei es ursprünglich aus Irland, Wales, Russland, Estland oder irgendwo im Mittelalter oder in der Zeit der Piraten aufgeschnappt. Alles geht und lässt sich prächtig in das Korsett der Spielmänner einfügen, die auf „Quid Pro Quo“ wieder häufiger die Metal-Axt schwingen als auf dem zwiespältig aufgenommenen Vorgänger. Abgerundet wird das Bild im letzten Drittel von Trinkliedern wie „Moonshiner“ und „Sternhagelvoll“, sodass mit „Quid Pro Quo“ ein von großer Routine geprägtes Werk zu Buche steht, das „Kunstraub“ zwar vergessen macht, aber nicht mehr die uneingeschränkte Euphorie vergangener Tage auslösen kann.

Anspieltipps:

  • Moonshiner
  • Flaschenteufel
  • Sternhagelvoll
  • Lieb Vaterland, magst ruhig sein
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