Kissin´ Dynamite - Generation Goodbye - Cover
Große Ansicht

Kissin´ Dynamite Generation Goodbye


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
2.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Welpenschutz ist längst vorbei. Beim nächsten Mal bitte mehr Zeit für Songwriting und weniger für Make-up nehmen!

Anno 2006 im Teenager-Alter gegründet, können Kissin‘ Dynamite auf eine durchaus erfolgreiche Zehn-Jahres-Bilanz zurückblicken. Außer dem Debütalbum „Steel Of Swabia“ sind alle Alben gechartet, das letzte Album „Megalomania“ konnte sich gar auf Platz 17 der Albumcharts platzieren, etliche Supporttourneen, sowie letztlich auch eigene Headlinertourneen, stehen der immer noch jungen Band zu Buche. Mit dem Welpenschutz ist es allerdings vorbei und so müssen sich die Süddeutschen für ihr fünftes Album doch einige Kritik gefallen lassen.

„Generation Goodbye“ eröffnet das Album mit genretypischen „Hey“-Gangchören und einem allzu cheesy wirkenden Keyboard im Refrain. Auch textlich könnte man meinen, immer noch eine Band im Teenie-Alter vorzufinden. Der Refrain wirkt wie eine Aneinanderreihung von Plattitüden und Songtiteln, wenn es heißt „we are the generation goodbye, set the bridges on fire, gonna cross the final frontier“. Klar, die Musik soll Spaß bringen und die Themen nicht allzu verzwickt sein, aber ein bisschen mehr Mühe hätte man sich schon geben können.

„Hashtag Your Life“ versucht dann einen pseudointellektuellen Ansatz mit Popmetal zu verbinden und hinterfragt bzw. kritisiert den Umgang mit sozialen Medien. Immerhin ist die Hookline im Refrain ziemlich eingängig und nicht zu kitschig. Besser wird es in der Ballade „If Clocks Were Running Backwards“. Allerdings muss sich der Fünfer hier gefallen lassen, dass die Strophe ganz eindeutig von Chris Isaaks „Wicked Game“ abgekupfert ist. Ab und an gibt es weitere gute Ansätze, wie etwa das coole Intro-Riff in „Somebody To Hate“, das allerdings nach kurzer Zeit in einem Soundgewitter völlig untergeht, oder die Strophen in „Masterpiece“, die mehr an Jane’s Addiction, denn an Mötley Crüe erinnern, jedoch durch den allzu kitschigen Bon Jovi-Refrain wieder zunichte gemacht werden.

Musikalisch ist das Ganze nicht wirklich schlecht. Die Riffs sind bekannt, das Schlagzeug wechselt zwischen schnellen Doublebass- und straighten Rockrhythmen und die Gitarren liefern sich Multi-Legato-Duelle inklusive vieler Divebombs, dazu gesellen sich die Gangchöre. Auch Sänger Hannes Braun macht keine schlechte Figur und erinnert in seinen besten Momenten an Steel Panthers Michael Starr.

Trotzdem wirkt alles irgendwie zu gewollt und zu sehr am Reißbrett konstruiert. Hier mal etwas Iron Maiden, dort etwas Poison, dazu die epische Schlussnummer, die aber durch die kitschigen Gesangslinien eher schlageresk daherkommt. Vielleicht sollten sich die Jungs das nächste Mal mehr auf die Songs und nicht zu sehr auf Make-up und Style konzentrieren. Enge (Spandex-)Hosen, offenes Hemd und Eyeliner hat man schließlich schnell aufgetragen.

Anspieltipps:

  • Flying Colours
  • Larger Than Life

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
Diskutiere über „Kissin´ Dynamite“
comments powered by Disqus