Blues Pills - Lady In Gold - Cover
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Blues Pills Lady In Gold


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Abwechslungsreicher als das Debüt und somit ein Schritt weiter zur Festigung des Rufs.

Viel wurde über die Blues Pills rund um die Veröffentlichung ihres vor zwei Jahren erschienenen selbstbetitelten Debüts „Blues Pills“ geschrieben, viel gelobt, vielleicht auch etwas überhöht. Allerdings muss man der Kapelle um Frontfrau Elin Larsson eine ungemeine Spielfreude, Frische und Authentizität bescheinigen. Nach dem praktisch betitelten Live-Album „Blues Pills Live“ folgt mit „Lady In Gold“ nun das schwere zweite Album.

Der Titelsong, der auch als Vorab-Single diente, klingt dann auch gleich wie gewohnt und erwartet. Ein Gemisch aus Deep Purple und düsterem Soul, welches textlich zwar die interessante Darstellungsweise des Todes als goldene Frau behandelt, musikalisch jedoch wenig Überraschungen bietet. Viel besser gleich der zweite Song „Little Boy Preacher“. Zwar erinnert auch dieser aufgrund der Orgelsounds und schweren Gitarrenriffs, die leider allzu sehr in den Hintergrund gemischt wurden, an die oben genannten Hardrock-Veteranen, kann aber mit seinem ausufernden Chor in der Bridge noch einen interessanten und eigenständigen Aspekt unterbringen.

Frontfrau Elin Larsson steht natürlich deutlich im Vordergrund. Und sie zeigt auf diesem Album ihre ganze Bandbreite. Bluesrock im Stile Fleetwood Macs zu Peter Green-Zeiten gibt es in „Burned Out“ zu hören, soulig wird es im ruhigen, aber eindringlichen „I Felt A Change“. Psychedelische Elemente gibt es in „You Gotta Try“, bei dem Larsson abermals auftrumpfen kann, und im leicht an die Doors erinnernden „Gone So Long“. Ein ausnahmsloses Highlight ist aber der mit funkigen Spielereien überzeugende Groover „Bad Talkers“. Gesanglich mal mit Kopfstimme, mal wie ein röhrender Hirsch.

Im letzten Drittel wird es dann eindeutig rockiger. Schwere Riffs, schnell oder schleppend, jedoch meist bluesbasiert. Die Band um Frau Larsson zeigt, dass sie gut eingespielt ist. Gitarrist Dorian Sorriaux spielt nicht atemberaubend virtuos auf, aber abwechslungsreich und mit verschiedenen Facetten. Slide-Gitarren, monoton wiederholend, WahWah und und und. Umso unverständlicher, dass die Gitarre oft in einem Soundbrei von Orgel und Bass untergeht. Dieser Aspekt und der, dass die letzten drei Songs etwas dahinschweben, geben etwas Abzug in der B-Note. Trotzdem ist den Blues Pills ein gutes Album gelungen, das abwechslungsreich daherkommt und einen weiteren Schritt zur Festigung ihres Rufs darstellt.

Anspieltipps:

  • Little Boy Preacher
  • Burned Out
  • I Felt A Change
  • Bad Talkers

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