Roosevelt - Roosevelt - Cover
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Roosevelt Roosevelt


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Marius Lauber alias Roosevelt liefert der Elektro-Pop-Szene ein gefundenes Fressen ab.

Der Name des Wahl-Kölners Marius Lauber alias Roosevelt (25) geistert schon seit einigen Jahren durch die elektronische Pop-Musikszene. Seine erste Online-Single („Sea“) erschien 2012 und brachte ihm einen Vertrag mit dem Label Greco-Roman der britischen Band Hot Chip ein. Es folgten weitere Singles sowie die „Elliot“-EP (08/2013). Das genügte, um sich einen Namen in der Club-Landschaft zu machen und im Internet millionenfach gestreamt zu werden. Warum es mit einer Album-Veröffentlichung allerdings bis jetzt gedauert hat, wird nicht so richtig klar.

Druck, so viel scheint sicher, hat Roosevelt jedenfalls nicht. Und so vergingen rund zwei Jahre, in denen der ehemalige Beat!Beat!Beat!-Drummer an den Tracks seines Debüts feilte und diese in Eigenregie aufnahm und produzierte. Abgemischt wurden die Songs am Ende von dem amerikanischen Produzenten und Toningenieur Chris Coady (TV On The Radio, We Are Scientists, Future Islands, Smith Westerns, Beach House, Wavves).

Da sich Roosevelt stilistisch offenbar nicht in eine Ecke drängen lassen wollte, hat er einen abwechslungsreichen und gefälligen Mix aus 80er-Jahre-Disco, Westcoast-Pop, House, Electronica, Dream-Pop, Chill Out und New Wave geschaffen, der leicht ins Ohr („Colours“) und in die Beine („Hold on“) geht. Wer dabei an die späten Daft Punk oder auch Metronomy denkt, liegt sicher nicht falsch. Denn genau wie bei den Vorreitern Joseph Mount, Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter, sind auch die Roosevelt-Stücke von einem latenten Retro-Schleier durchzogen, was aktuell ja mächtig angesagt ist.

Grundsätzlich ist Roosevelt bei seinen Songs um Eingängigkeit bemüht, ohne dass das Club-Publikum dabei zu kurz kommt. Ein Ritt auf der Rasierklinge, der schon oft schiefgegangen ist, den Roosevelt aber spielend gemeistert hat. Damit steht fest, dass das selbstbetitelte Debütalbum des 25-Jährigen ein gefundenes Fressen für die Elektro-Pop-Szene sein wird, da Marius Lauber alias Roosevelt die hohen Erwartungen erfüllt und den zahlreichen Vorschusslorbeeren gerecht wird.

Anspieltipps:

  • Heart
  • Close
  • Fever
  • Colours
  • Wait up
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