The Avalanches - Wildflower - Cover
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The Avalanches Wildflower


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Bunt, verspielt und tief in obskuren Plattenfunden verwurzelt. Doch oft auch zusammenhangs- und planlos.

Fast 15 Jahre sind vergangen, seitdem The Avalanches im Winter 2000 „Since I Left You“ veröffentlichten. 15 Jahre, in denen das Debüt der Australier wiederholt unter die wichtigsten Alben der damals noch jungen Dekade gehievt wurde, in denen die ewige Vorfreude auf das zweite Album in verzweifelte Prognosen in Musikmagazinen umschlug. Bereits 2006 sollte es soweit sein. Auch 2007. Und 2011. Am Ende wurde daraus 2016. „Wildflower“ heißt das zweite Album von The Avalanches, mit dem sie 15 Jahre später versuchen, an den Kultstatus des Vorgängers anzuknüpfen.

Eine Herkules-Aufgabe. Wer will sich schon an einem Werk messen lassen, das die Anfänge der eigenen Karriere markiert und die Perspektive auf sie seither bestimmt? DJ Shadow kann ein Lied davon singen. Doch es war angeblich nicht der Schatten des Erfolgs, der die Verspätung verursacht haben soll. Viel mehr waren es persönliche Kämpfe und Wege zur Selbstfindung, die den verbleibenden drei Mitgliedern - Chater, Di Blasi und Dela Cruz - der ursprünglich siebenköpfigen Clique, den Weg zu „Wildflower“ erschwert haben.

Es hat sich nur bedingt gelohnt, den Weg bis ans Ende zu beschreiten. Dem Zweitwerk fehlt an vielen Stellen die Magie, die „Since I Left You“ so großartig gemacht hat. War es bei ihrem Debütalbum noch schwierig, aber auch des Gesamtwerks wegen unnötig, auszumachen, wann ein Track beginnt und endet, sind die Übergänge auf „Wildflower“ schmerzhaft offensichtlich. Vor allem vor „Colours“, das ansonsten sehr deutlich macht, warum Animal Collective die Australier als Einfluss nennen. Aber auch der Track „Noisy Eater“, ursprünglich für einen Animationsfilm produziert, bricht mit dem ohnehin holprigen Fluss des Albums, klingt mehr wie ein Snippet von MF DOOM als alles andere.

Ein weiterer Punkt sind die teils unnötigen Vocals, die den Tracks oft wenig beisteuern, im Falle von „Frankie Sinatra“ sogar schaden. Auch wenn der Track ähnliche Ohrwurmqualität hat wie das alte „Frontier Psychiatrist“ - Danny Brown ist mit seiner Stimme und seinem Flow viel zu dominant, als dass man dem Funk im Chorus was abgewinnen könnte. Das klappt in „The Wozard Of Iz“ wesentlich besser. Ein Rätsel bleibt allerdings Toro Y Mois Engagement auf „If I Was A Folkstar“, das auch gut ohne Toros zwei Zeilen ausgekommen wäre.

Trotzdem ist „Wildflower“ ein würdiger Nachfolger. Bunt, verspielt und Samplequellen querbeet. Einzig die finale Zusammensetzung, der Fluss, und somit das Konzept mit den überflüssigen Features als Symptom und möglicherweise dem diesmal fehlenden Perfektionismus als Grund, gehen dem Album ab.

Anspieltipps:

  • Subways
  • If I Was A Folkstar
  • The Wozard Of Iz

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