Sabaton - The Last Stand - Cover
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Sabaton The Last Stand


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Manowar meets Santiano. Schunkel-Metal für die Kirmesfraktion.

Das 2012 erschienene Album „Carolus Rex“ kletterte in Deutschland auf Platz 7 der Album-Charts, das folgende „Heroes“ gar auf Platz 3. Somit müsste das neue Album „The Last Stand“ der schwedischen Powermetaller von Sabaton folgerichtig auf Platz 1 debütieren, was nicht wirklich abwegig ist, sind sie doch klar im Metal-Mainstream angekommen. Produziert wurde das Album von Peter Tägtgren, der vor kurzem noch mit Till Lindemann und dessen Soloprojekt Lindemann gemeinsame Sache machte.

Dass dabei aber ein Schlagermetal-Album sondergleichen herauskommt, war nicht direkt zu erwarten. Das Album beginnt mit „Sparta“ und cheesigen Keyboards, pseudoharten oder -bösen „Uh-Ah“-Chören sowie Zeilen über echte Männer, die sich einem letzten Gefecht entgegenstellen. Schlagereske Chöre und Keyboardsounds, denen auch das Gitarrensolo, trotz erhöhter Geschwindigkeit, folgt. Diesem Schema folgt eigentlich das komplette Album, ist es ja auch ein Konzeptalbum über, nun ja, letzte Gefechte. Joakim Brodéns Gesang klingt wie der eines besoffenen Piraten und würde auch bestens im Santiano-Kontext funktionieren. Auch hier singen echte Kerle über echte Männerthemen.

„The Lost Battalion“ und „Blood Of Bannockburn“ werden mit mittelalterlichen Melodien angereichert und vor allem ersteres ist schwer durchzustehen. Besser klingt da doch schon „Rorke’s Drift“. Mit ordentlich Tempo und einer nicht zu kitschigen Melodie gelingt hier erstmals so etwas wie Powermetal und erinnert an die flotteren Songs von Avantasia. Der folgende Titeltrack erinnert vom Gefühl und der Stimmung der Strophe fast an Saxon. Auch dieser Song geht in Ordnung.

Der Rest des Albums ist dann wieder mehr Qual als Genuss. Double-Bass und der tiefe, kratzige Gesang sollen Härte suggerieren, werden jedoch von allzu viel billigen Keyboardsounds, Standardriffs und Volksmusik- oder Seemannsliedermelodien fast ins Lächerliche gezogen („Hill 3234“, „Winged Hussars“). „The Last Battle“ und das Judas-Priest-Cover „All Guns Blazing“, bei dem Rob Halford höchstpersönlich mitmacht, sind immerhin noch ganz nett.

Ansonsten können sich Manowar nun beruhigt in die angekündigte Rente begeben. Mit Sabaton finden sich würdige Nachfolger mit ähnlicher Thematik, wenn auch musikalisch nicht wirklich so hochwertig. Den Fans wird „The Last Stand“ höchstwahrscheinlich gefallen, aber jeder andere Musik- und auch Metalfan kann dieses Album eigentlich nur mit einem Augenzwinkern betrachten, obwohl es wahrscheinlich sehr ernst gemeint ist.

Anspieltipps:

  • Rorke’s Drift

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