Marillion - F*** Everyone And Run (F E A R) - Cover
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Marillion F*** Everyone And Run (F E A R)


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 68 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gutes, wenn auch nicht alles überragendes Album, das alle Stärken, aber auch Schwächen der Marillion in der Nach-Fish-Zeit bündelt.

Auch mit ihrem 18. Studioalbum, das den provokanten Titel „F E A R (Fuck Everyone And Run)“ trägt, sind die britischen Prog-Rocker von Marillion wieder den bewährten Weg gegangen, die Aufnahmen und das ganze Drumherum des Albums über eine Internet-Crowdfunding-Kampagne vorzufinanzieren. Der einzige Unterschied zu den vorherigen Kampagnen war der, dass die Band diesmal nicht in Eigenregie über ihre Homepage agierte, sondern eine neutrale und bereits etablierte Crowdfunding-Plattform nutze. Als Belohnung für die spendablen Vorfinanzierer, die dem Projekt seit September 2015 ihr Geld zur Verfügung stellten, standen wie üblich reichlich Devotionalien zur Auswahl, die je nach Finanzkraft vom banalen Album-Download für 8 Euro bis zur Super-Deluxe-Ausgabe für 190 Euro reichten.

Ursprünglich wurde damit gerechnet, dass „F E A R (Fuck Everyone And Run)“ im Mai 2016 ausgeliefert werden könnte. Doch Marillion ließen sich bewusst Zeit, um dem Hörer das aus ihrer Sicht beste Klangerlebnis bieten zu können, wozu das Album u.a. für eine Veröffentlichung auf Super Audio CD abgemischt wurde. Somit sind nach dem Vorgänger „Sound’s That Can’t Be Made“ fast genau vier Jahre ins Land gestrichen, bis „F E A R (Fuck Everyone And Run)“ endlich die Docks verlassen konnte.

Dabei haben Marillion für das vorliegende Werk gar nicht so viel geändert. Sie kleiden ihre Texte wie bisher in ausgedehnten Light-Prog zum Wohlfühlen, der inhaltlich zwar meistens keine angenehmen Themen wie die Auswüchse des Kapitalismus behandelt, aber deshalb nicht wie bei den progressiven Metallern in unhörbare Hirnficks zerfasert. Zuhören ist trotzdem Pflicht. Denn ohne Konzentration auf das Wesentliche besteht die Gefahr, dass „F E A R (Fuck Everyone And Run)“ tatsächlich ein wenig zu entspannt an einem vorbeidudelt.

Ihr bestes Album aller Zeit ist „F E A R (Fuck Everyone And Run)“, wie Marillion zu Protokoll geben, jedenfalls nicht geworden. Dazu lassen die Songs dann doch zu sehr zu wünschen übrig. Diese wurden übrigens in drei Fällen („El Dorado“, „The leavers“ und „The new kings“) in ausladende Longtracks mit mehreren Suiten verwoben, die immer wieder die Genialität des Quintetts aufblitzen lassen, aber auch einiges an Leerlauf mit sich bringen. Das ist freilich Kritik auf hohem Niveau, doch auch Bands wie Marillion haben keinen Freifahrtschein mehr, der sie durch den Hasendraht schlüpfen lässt.

Somit ist „F E A R (Fuck Everyone And Run)“ dennoch ein gutes, wenn auch nicht alles überragendes Album geworden, das alle Stärken, aber auch Schwächen der Marillion in der Nach-Fish-Zeit bündelt und damit zumindest das Stammpublikum zufriedenstellen sollte.

Anspieltipps:

  • The leavers
  • White paper
  • The new kings
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