Lamiya - Reflection - Cover
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Lamiya Reflection


  • Label: Peppermint Jam/SPV
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ella, ella, eh, eh. Rihanna-Pop made in Germany and sponsored by Social Media.

Lamiya Slimani macht jetzt auch Musik. „Wer ist Lamiya Slimani?“, hört man viele Menschen aufwärts der 30 fragen. Sie ist ein deutscher Social-Media-Star. Der gerne durch den Raum geworfene Ausdruck YouTube-Star ist für die junge Frau nicht genug, da sie auf allen üblichen Wegen wie Twitter, Facebook, Instagram und YouTube viele hunderttausende Abonnenten, Follower, etc. hat. Eigentlich hat sich Frau Slimani bisher mit den Bereichen Beauty, Fashion und Lifestyle beschäftigt, aber wie so viele Menschen wollte sie wohl auch immer schon einmal Musik machen.

Tatsächlich macht Lamiya Musik, die der Durchschnittsmensch mit dem Bummel in der Mall verbindet. Wenn drückende Beats und emotionale Statements lautstark aus den Boxen dröhnen und man sich von Kabine zu Kabine anschreien muss, dann befindet man sich gerade in der Mall der Wahl. Das soll kein blöder Witz um Damen und Einkäufe sein, sondern ist für alle Menschen ein gleich großes Problem. Die Zahl der nachts von diesen Melodien heimgesuchten Verkäuferinnen und Verkäufern ist eine gruselige Dunkelziffer. Laut, treibend und doch nicht zu sehr im Kopf wummert es dort wie auch auf Lamiyas Album ohne Unterlass.

Selbst wenn diese Upbeat-Musik nicht Lamiyas liebste Musik ist, wird sie wohl bald Teil der Dauerbeschallung werden. „Reflection“ ist eine regelrechte Wiedergabe kommerziell erfolgreicher Popmusik der letzten zehn Jahre. Das wird im Rihanna-Rip-Off „Echoes“ gleich deutlich gemacht und zieht sich durch das komplette Album. Es ließe sich wunderbar ein Memory aus den Titeln und den dazugehörigen Vorbildern basteln. Verwechslungsgefahr besteht nur für Außenstehende, die den Unterschied zwischen Avicii und David Guetta nicht ganz so groß finden.

Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass Feinde des modernen Pop mit Lamiya nicht glücklich werden. Aber auch geneigten Hörern sollte schnell auffallen, dass Lamiyas Album keinerlei Mehrwert besitzt. Das muss „Reflection“ wahrscheinlich aber auch gar nicht, denn so lange die angepasste Musik in genug Playlists hier und da auftaucht und der Name, nein, die Marke Lamiya weiter in die Welt getragen wird, verläuft alles nach Plan für den Social-Media-Sonnenschein. Der Erfolg gibt Lamiya recht, doch wie so oft steckt dahinter eine ziemlich flache Formel, die weniger mit Herzblut und Ideen zu tun hat.

Anspieltipps:

  • Echoes
  • Glow
  • In The Dark

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