Glitter Wasteland - EP 1 - Cover
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Glitter Wasteland EP 1


  • Label: 61 Seconds Records
  • Laufzeit: 31 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Glitter Wasteland sind nicht ansatzweise so gegensätzlich, wie es der Bandname erwarten lässt.

„Don’t Let It Go“ ist ein Versprechen, welches Glitter Wasteland nicht einlösen können. Auf der schlicht „EP1“ betitelten Scheibe präsentiert sich der Interpret als selbstbewusster Pop-Künstler, der die Gepflogenheiten des Markts kennt und damit offenbart, wie nah der aktuelle Pop-Trend wieder an die 90er-Jahre heranzurücken droht. Sicherlich klingen nicht viele Künstler derart synthetisch wie Glitter Wasteland, aber die Songstrukturen hinter dem Sound werden den meisten Hörern schnell bekannt vorkommen. Das Beste von vorgestern, gestern und heute ist uns bekannt, aber leider nicht sehr aufregend.

Genau deswegen ist der Opener „Don’t Let It Go“ eine Verkündung, die keine Taten folgen lässt. Das mit Glitch und waschechten Dance-Beats unterlegte Stück ist nach holprigem Start das interessanteste der EP. Der stotternde und doch ineinander greifende Klang erzeugt einen angenehmen Dance-Pop-Mix, welchem problemlos länger gelauscht werden könnte. Der Konjunktiv ist bei dieser Hoffnung allerdings Herr im Haus, da die Band sich im Anschluss auf besagte Pop-Stückchen beschränkt, die schnell ins Ohr, aber nicht recht ins Blut übergehen wollen. „Cold War“ und „Darkskies“ mögen im Grunde genauso gute Melodien wie der Opener vorweisen können, aber sie ruhen sich auf einem zahmeren Soundgerüst aus.

Chris Martin hätte auf „Ghost Stories“ auf „Darkskies“ kommen können und „Cold War“ ist eine gelungene Retro-Pop-Nummer, die sich allerdings durch nichts von der Menge abheben kann. Letztlich verliert sich der Sound der Band im wenig aussagenden „Open Space“, welches krampfhaft interessant klingen möchte. Hier noch eine Tonspur und dort noch ein Effekt und doch wird übersehen, dass die erstellten Töne selten zu guter Musik zusammenlaufen. Am Ende ist es wenig überraschend, dass die beiden mitgelieferten Remix-Versionen von „Don’t Let It Go“ und „Cold War“ gemeinsam mit dem Opener noch am ehesten in Erinnerung bleiben. Glitter Wasteland fehlt auch nach dieser halben Stunde noch ein ersichtliches Konzept und das ist nur eines der größeren Probleme, welche auf „EP1“ zu hören sind.

Anspieltipps:

  • Don’t Let It Go
  • Cold War
  • Darkskies

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