Sido - Das Goldene Album - Cover
Große Ansicht

Sido Das Goldene Album


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Goldjunge aus dem Märkischen Viertel bekennt sich auf „Das goldene Album“ wieder eindeutiger zum HipHop.

Ein Jahr ohne neues Sido-Album? Gibt es nicht! Das stellt zwar eine amtliche Taktung dar, ist aber längst nicht so inflationär, wie man es von verschiedenen Straßenrappern kennt, die den Markt mit mehreren Mixtapes pro Jahr überfluten. Und dann sind da ja noch diese unsäglichen, oft total überteuerten Box-Sets, die mit nutzlosem Müll zum XXL-Tarif einen hohen Charteinstieg garantieren (wir empfehlen dazu ganz aktuell die Box zum Shindy-Album „DREAMS“ – die Red.).

Mit diesen Spacken rechnet Sido völlig zu Recht (36) bereits im Intro seines neuen Longplayers ab, der für den Berliner ein ganz besonderes Projekt darstellt. Denn bevor er die Arbeit an seinem siebten Studioalbum aufnahm, gab Sido die folgende Parole aus: „Ich möchte ein Rap-Album machen. Ohne Hits. Einfach nur HipHop“. Eine klare, aber auch zu hinterfragende Aussage. Schließlich ist Sido mit seiner Art des HipHop so zentral im Mainstream angekommen wie kein zweiter Rapper. Dafür spricht allein schon die Lister seiner Kollaborationen mit Andreas Bourani, Adel Tawil, Mark Forster oder auch Westernhagen.

Herr Forster ist wohl als kleines Zugeständnis ans Radio auch heuer wieder mit im Boot („Der einzige Weg“), allerdings sind „echte“ Genrevertreter wie Hanybal, Kool Savas, Blut & Kasse, Haze, Estikay und Der Russe ebenfalls dabei. Und das ist auch gut so. Denn mit der Ankündigung, wieder ein richtiges HipHop/Rap-Album abzuliefern, steht Sido nun auch in der Verpflichtung, amtlich abzuliefern. Und das schafft der 36-Jährige über die meiste Zeit auf „Das goldene Album“ tatsächlich auch.

Sido zelebriert in den 16 neuen Tracks einen gut nachempfundenen Old-School-Sound („Ja man“, „Geuner“, „Männaz mit Vaginaz“), während er in seinen Texten gewohnt kritisch, aber auch humorvoll mit gesellschaftspolitischen Themen umgeht („Striche zählen“, „Alkohol“). Diese drehen sich auf bestimmte Weise immer auch um Sidos eigenen Mikrokosmos („Diese Mucke“, „Siggi Siggi Siggi“, „Masafaka“, „Bljad“), auch wenn dabei eine Menge Fiktion im Spiel ist. Als Rapper ist man schließlich auch so eine Art Schauspieler. Das hat Sido verinnerlicht und auf „Das goldene Album“ ansprechend umgesetzt.

Anspieltipps:

  • Bljad
  • Alkohol
  • Masafaka
  • Papa ist da
  • Siggi Siggi Siggi
  • Männaz mit Vaginaz
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
6/10

Ladies First
  • 2017    
Diskutiere über „Sido“
comments powered by Disqus