Snoop Dogg - Coolaid - Cover
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Snoop Dogg Coolaid


  • Label: Cash Machine/SPV
  • Laufzeit: 77 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Snoop, get your ass up and go out to play!

Wer sich tagtäglich dermaßen die Birne mit Dope wegballert wie Snoop Dogg (44), der merkt irgendwann gar nicht mehr, dass etwas völlig aus dem Ruder läuft. Wie sonst kann es sein, dass die HipHop/Rap-Legende in den vergangenen Jahren alles Mögliche produziert hat (Stichwort: Reggae und Funk unter Gaga-Pseudonymen wie Snoopzilla oder auch Snoop Lion), nur nicht das, was der Doggfather wirklich beherrscht, sprich: coolen Westcoast-Gangsta-Shit. Irgendjemand muss Bigg Snoop darauf hingewiesen haben, dass der Mist so nicht weitergehen kann. Oder er hat es am Ende sogar selbst gemerkt.

Denn mit „Coolaid“ legt Snoop Dogg tatsächlich das erste klassische HipHop-Album seit fünf Jahren vor. Da wurde aber auch Zeit! Schließlich ist Snoop Dogg „a motherfuckin‘ legend“, wie er im Opener selbst feststellt. Und ja, er kann es noch! Er lässt mit Titeln wie „Ten toes down“, „Coolaid man“ oder auch „Super crip“ fein abgehangenen G-Funk vom Stapel und faselt dazu seinen wenig tiefsinnigen Hustler-Kram. Viel mehr will der Hörer im Prinzip auch gar nicht. Hauptsache der Quatsch aus der jüngsten Vergangenheit hört auf.

Dazu holte sich Snoop Dogg u.a. E-40, Swizz Beatz und Wiz Khalifa und Timbaland ins Studio, auch wenn diese mit Tracks wie „Light it up“, „Double tap“, „Got those“ und „Kush ups“ keine Heldentaten vollbringen, was sich ins Gesamtbild des Werks treffend einfügt. Denn bis auf ein paar spärlich gesäte Highlights ist Snoop Doggs Rückkehr zu seinen Wurzeln zwar solide, aber nicht überragend ausgefallen. Dass der Hörer deshalb mit dem alten Kiff-Kopp härter ins Gericht gehen sollte, wäre allerdings unfair. Denn Calvin Broadus alias Snoop Dogg ist zumindest so schlau, um nicht in einen Wettstreit mit Kollegen wie Kendrick Lamar, Tyler The Creator oder The Weeknd zu treten.

Diesen könnte er nur verlieren. Denn mit seinen Mitteln ist er nicht in der „ernsthaften Welt“ der drei genannten Rapper zu Hause. So aber macht er zumindest wieder Boden gut, indem er sich auf seine Wurzeln besinnt und mit dem Vibe seines 1993er Debüts „Doggystyle“ die Kurve ins Hier und Jetzt zu bekommen versucht. Bleibt zu beobachten, ob das Publikum diesen erneuten Stil-Move mitmacht oder inzwischen die Schnauze voll hat. Die ersten Verkaufszahlen aus den USA sehen jedenfalls nicht gut aus.

Anspieltipps:

  • Affiliates
  • Oh na na
  • Kush ups
  • Super crip
  • Two or more
  • Ten toes down
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