Schoolboy Q - Blank Face LP - Cover
Große Ansicht

Schoolboy Q Blank Face LP


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 73 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ex-Gangmitglied und Drogendealer Schoolboy Q mit einem atmosphärisch-realen Westcoast-Trip.

Der in Los Angeles lebende Rapper Quincy Matthew Hanley alias Schoolboy Q (29) legte gleich mit seinem Majordebüt „Oxymoron“ (02/2014) einen Traumstart hin: Platz eins in den amerikanischen Billboard-Charts mit fast einem Jahr Verweildauer bei inzwischen 415.000 verkauften Einheiten. Daraus folgten eine Grammy-Nominierung sowie die imaginäre Aufnahme in die Hall of Fame einer neuen, jungen Rapper-Generation, die erkannt hat, dass das Publikum nicht mehr nur von bekifften Dünnbrettbohren unterhalten werden möchte, die über den üblichen fiktiven Homie-, Gang- und Drogen-Shit rappen.

Der Spaß soll allerdings auch nicht zu kurz kommen, selbst wenn Schoolboy Q Teil der neuen Realness im Rap-Game ist. Und so changiert er bereits im Opener „Torch“ mit verschwimmenden Grenzen zwischen Kunst, Wahrheit und Fiktion („Who needs a mothafuckin´ friend? You see them mothafuckin´ rims. Met the devil in disguise. Look through my mothafuckin' eyes“). Stilistisch wird das Tempo dabei niedrig gehalten. Das steigert die Atmosphäre der zumeist sehr düsteren Songs, die auch Bezug nehmen auf Schoolboy Qs Vergangenheit, in der er sich u.a. als Gangmitglied und Drogendealer in South Central verdingte. Dass er selbst drogensüchtig war, kommt erschwerend hinzu.

Doch die Betonung liegt auf war. Denn Schoolboy Q ist inzwischen clean und mit seinen Gedanken klarer denn je. Und ja, er rappt auf „Blank Face LP“ auch über Bitches, Liquor, Cops und Niggas sowie Homie-, Gang- und Drogen-Shit. Der Unterschied: Der 29-Jährige berichtet in seinen Tracks von der kalten Realität auf den Straßen Amerikas und verpackt diese Botschaften in ähnlich virtuose Tunes wie zuletzt die Herren Tyler The Creator, Kendrick Lamar, Frank Ocean oder auch D´angelo. Geholfen haben ihm dabei u.a. Gaststars wie Kanye West, Jadakiss, Vince Staples, E-40, Big Boy, Tha Dogg Pound, Anderson Paak und Miguel.

Schoolboy Q schafft es auf seinem vierten Longplayer, die Atmosphäre kontinuierlich zu steigern und haut dabei einen Hit nach dem anderen raus. Auf diese Weise taucht der Hörer tief in die Welt der Westcoast ein, die hier und da vielleicht etwas überzogen erzählt zu sein scheint. Doch das ist allemal besser als die verkrampfte Nostalgie eines Snoop Dogg, der auf „Coolaid“ parallel seine Sicht der Dinge veröffentlichte.

Anspieltipps:

  • Blank face
  • Dope dealer
  • By any means
  • Lord have mercy
  • Whateva you want
  • Groovy Tony / Eddie Kane
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
Diskutiere über „Schoolboy Q“
comments powered by Disqus