Jennifer Rostock - Genau In Diesem Ton - Cover
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Jennifer Rostock Genau In Diesem Ton


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
3.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Jennifer Rostock klingen auf ihrem fünften Studioalbum erwachsener und um einige Ecken und Kanten bereinigt.

Nach vier Studio-Longplayern und einer Live-Platte für den Major Warner Bros. sind Jennifer Rostock nun beim Sony-Sub-Label Four Music unter Vertrag, wo sie jetzt „Genau in diesem Ton“ auf die Hörer loslassen. Vielleicht gibt der Label-Wechsel der Band (siehe dazu auch den neuen Song „Neider machen Leute“) neuen Mut und Energie, denn das letzte Warner-Album „Schlaflos“ (01/2014) war nicht wirklich ein Bringer und orientierte sich zu sehr an NDW-Einflüssen, die die Band selbst gar nicht wahrhaben will. Na ja, sei’s drum. Auf dem neuen, von Vincent Sorg (Die Toten Hosen, Söhne Mannheims, Donots, Broilers, ASP, Böhse Onkelz) produzierten Album, hat der NDW-Sound sowieso weitgehend ausgedient.

Überhaupt hat sich der Jennifer-Rostock-Sound auf „Genau in diesem Ton“ hörbar gewandelt, obwohl die Band noch immer gerne mit verschiedenen Einflüssen spielt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. So hören wir radiotaugliche Tracks („Uns gehört die Nacht“) neben HipHop („Hengstin“) bis hin zu Electro-Pop, gepaart mit Metalcore-Ingredienzien („I love you but I’ve chosen dispo“). Dabei wirken die Songs insgesamt ausproduzierter und nicht mehr so rüpelhaft wie früher, auch wenn hier und da richtig Lärm und Rotz von der Kette gelassen werden („Irgendwas ist immer“).

Und trotzdem: Streckenweise beschleicht einen das Gefühl, dass das Quintett anno 2016 inhaltlich wie musikalisch wie eine Punkrock-Ausgabe von Silbermond klingt, was nicht zwingend als Kompliment ausgelegt werden muss. Schließlich ist Austauschbarkeit der schnellste Tod des Hasen im Musikzirkus. Wer braucht schon zwei Kraftklubs oder noch einen Jupiter Jones? Aus diesem Grund wandeln Jennifer Rostock mit Stücken wie „Wir waren hier“ oder auch „Ebbe & Flut“ auf ziemlich dünnem Eis. Wäre da nicht die auffallende und mitunter ziemlich anstrengende Stimme Jennifer Weists – ihre Band würde sich zwischen den Christina Stürmers und Julis dieser Welt glatt verlieren.

Jennifer Rostock klingen auf ihrem fünften Studioalbum erwachsener und um einige Ecken und Kanten bereinigt. Dagegen spricht grundsätzlich erst einmal nichts. Dennoch ist diese Entwicklung auch ein Schritt, bei dem der eine oder andere Hardcore-Fan der frühen Alben für sich entscheiden wird, ob er diesen mitgehen möchte. Spätestens beim nächsten Album sind wir über den Ausgang schlauer.

Anspieltipps:

  • Jenga
  • Deiche
  • Ebbe & Flut
  • Irgendwas ist immer
  • Wir sind alle nicht von hier
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