Lukas Rieger - Compass - Cover
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Lukas Rieger Compass


  • Label: Jetpack Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Debütalbum des deutschen Justin Bieber - nur echt in der limitierten Box mit rosa Unterhose.

Der deutsche Nachwuchssänger Lukas Rieger wird – Instagram, Facebook und YouTube sei Dank – ohne auch nur eine Platte veröffentlicht zu haben, als die teutonische Ausgabe von Justin Bieber (22) bezeichnet. Klickzahlen in Millionenhöhe sollen der Beweis sein. Doch für einen echten Vergleich fehlte bis jetzt etwas Handfestes: Ein komplettes Album. Dieses liegt nun mit „Compass“ vor und lässt erst einmal stauen. Denn der 17-Jährige nahm das Werk in Los Angeles auf, mit Songwritern und Produzenten, die schon zusammen mit Justin Timberlake, Chris Brown, Justin Bieber, Selena Gomez, Lukas Graham und Rihanna im Studio standen. Nicht schlecht. Doch wird es auch den Vorschusslorbeeren aus der Internet-Scheinwelt gerecht?

Auf jeden Fall versucht Lukas Rieger mit den Großen des Pop-Business mitzuhalten. Und auch in Sachen Marketing weiß das Team um den Newcomer, dass der Einstieg in die Charts mit einem teuren Box-Set umso leichter fällt – vorausgesetzt, es verkauft sich auch wie gewünscht. Der Kaufanreiz in Sachen „Compass“-Box ist zumindest großartig. Denn neben den üblichen Nippes liegt der Schachtel eine pinkfarbene Unterhose bei. Das nennt sich wohl Mut zur Lücke.

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Musikalisch findet sich dieser Mut zur Lücke auf „Compass“ allerdings nicht wieder. Allein die Auswahl der prominenten Studio-Koryphäen zeigt, dass Lukas Rieger bereits erprobte Pfade bevorzugt und auf einen Glückstreffer hofft. Dazu rührt er fast eine Stunde lang ein bisschen in Pop- („Bring me to life“), R&B- („Echo“), Trap- („Find me“) und Dance-Gefilden („Let me know“) herum, ohne auch nur ansatzweise einen Track abzuliefern, der es mit einem Hit der oben genannten Topstars aufnehmen kann.

Auch wenn die Stimme Riegers der des Bieberles ähnelt, ist damit noch kein Blumentopf gewonnen. Der Grund dafür ist das erschreckend einschläfernde Songmaterial, durch das sich Lukas Rieger säuselt. Neuartig oder wenigstens spritzig ist davon nämlich rein gar nichts und die daraus resultierende Langeweile wirklich beeindruckend. So gelingt dem gebürtigen Niedersachsen das Kunststück, ein Album mit 17 Tracks abzuliefern, von denen bis auf „Finally made it“ kein einziger im Gedächtnis hängenbleibt. Somit verhält es sich auch mit Lukas Rieger wie bei so vielen sogenannten Internetstars: Viel Geschrei um nichts!

Anspieltipps:

  • Human
  • Language
  • All about you
  • Finally made it
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